Nano-Implantate und andere Nanotechniken

Von Nanotechnik war auf diesem Blog schon mehrmals die Rede, auch kritisch – zum Beispiel hier oder hier. Dort wird auch der Begriff erklärt. Das ist Forschung am Puls der Zukunft!
Nano-Implantate und andere Nanotechniken wurden kürzlich im Rahmen der Hannover-Messe (Industriemesse) "vorgestellt" (ich setze das Wort in Anführungszeichen, weil "vorstellen" hier nicht immer heißt: bereits ein fertiges Produkt vorzeigen).
Beispielsweise hat man im Laserzentrum Hannover (LZH) Silber-Nanopartikel (winzige Silberteilchen also) auf die Implantate aufgebracht, die vor allem ausgesprochen antibakteriell wirken.
Lesen Sie auszugsweise die Meldung, die ich von doccheck bekam:
"Die Wissenschaftler am LZH haben nach eigenen Angaben damit begonnen, eine neue Generation von Nanoimplantaten zu entwickeln. Mit Hilfe eines laserbasierten Verfahrens erzeugten sie Nanopartikel, die im Praxisalltag als besondere Beschichtung herkömmlichen Implantaten zum neuen Glanz verhelfen sollen. 'Das Besondere an diesen Partikeln ist, dass sie ihre Wirkung im Körper entfalten, ohne die medizinische Eignung und Zulassungsfähigkeit des Produkts einzuschränken', heißt es dazu beim LZH. So verfügt nanotechnologisch aufgebrachtes Silber über ein erhebliches antibakterielles Potenzial. Die oberflächlich wirkenden Silber-Nanopartikel auf den Implantaten verringern das Risiko von Infektionen erheblich. Andere Nanopartikel aus hochfesten Keramiken erhöhen die Härte und Abriebfestigkeit des Implantat-Werkstoffes und tragen zur Vorbeugung gegen Osteolyse, die Auflösung oder Degeneration des Knochengewebes, bei. 'Denkbar ist auch die Einbettung von Nanopartikeln aus Kalziumphosphat, um das Anwachsen natürlichen Knochenmaterials zu unterstützen', hofft Botts.
Damit sind die Anwendungspotenziale der winzigen Teilchen bei weitem nicht erschöpft. Medizintechniker sehen die Partikel auch für den Einsatz bei Herzklappen geeignet. In Frage kommen:
Silber-Nanopartikel für antibakterielle Wirkung
Polymer-Nanopartikel für die Oberflächenglättung
Metallische Nanopartikel als Kontrastmittel für die Funktionsüberwachung
Derartige Beschichtungen ermöglichen auch die Herstellung von medizinischen Geräten, die antimikrobiell wirken, so gut wie nicht verschmutzen und leicht zu reinigen sind. Zudem weisen die beschichteten Nanotech-Instrumente keinerlei Korrosionserscheinungen auf – selbst bei sehr häufigen Sterilisations- und Desinfektionsgängen bleibt der Stahl absolut rostfrei.
Was wie die ferne Vision aus der High-Tech Welt klingt, hält realen Einzug in die Medizintechnik. Angesichts der Perspektiven beschäftigte sich auch der Deutsche Bundestag mit den Potenzialen der Nanoimplantate. In einem 232-Seiten starken Papapier befasste sich der 17. Ausschuss in der Drucksache 15/2783 bereits im März 2004 mit den Perspektiven der innovativen Devices.
Seitdem gilt der 'Bericht des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung' als wegweisend – und als mögliches Szenario für die Zukunft der Medizintechnik. Das Fazit des Berichts fällt dabei durchweg positiv aus: 'Durch Verfahren der Nanotechnologie könnte die Biokompatibilität künstlicher Implantate verbessert werden. Zudem wird erwartet, dass Nanoimplantate länger im Körper funktionsfähig bleiben als bisher übliche.'"
Lesen sie weitere Einzelheiten bei doccheck
Bildquelle: Bildquelle: http://www.altana-electrical-insulation.com/index.php?content=/deutsch/nanophase.php&