Netzwerk gegen Bustkrebs: Breast Cancer Action Germany

Durchschnittlich jede neunte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens bei uns an brustkrebs, doch Prävention und Früherkennung geht alle an. Der Anteil von Brustkrebs an den durch Krebs verursachten Todesfällen bei Frauen liegt bei rund 17%. Damit ist Brustkrebs bei Frauen in Deutschland nach wie vor die am häufigsten zum Tode führende Krebsart. Die diesjährige 27. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie (Lehre von der weiblichen Brust), die ab Donnerstag in Lübeck stattfindet, stellt nicht alle Anliegen von Frauen mit Brustkrebs in den Mittelpunkt. Das ist jedoch konsequent nötig, damit die Brustkrebssterblichkeit endlich besser gesenkt werden kann. Im europäischen Vergleich lagen Frauen aus Deutschland bei den Eurocare-Studien in punkto Überleben bisher nicht auf den vorderen Rängen.
Breast Cancer Action Germany – das neue unabhängige Netzwerk gegen Brustkrebs – mahnt Handlungsbedarf an. Beispiele (hier etwas verkürzt wiedergegeben):
- Präventive (vorbeugende) Ansätze in der Lebenswelt von Frauen gibt es bisher kaum.
- Mammographie-Screening (Reihenuntersuchungen des Brustbereichs), 2002 beschlossen, wird nicht überall umgesetzt und europäische Standards werden weiter nicht konsequent eingehalten.
- Eine national verfügbare, ausreichende und evidenzbasierte (auf Dokumentation gegründete) Fraueninformation für das europäische Screening-Programm fehlt auch.
- Eine Patientinnenleitlinie Brustkrebs – für alle Behandlungsschritte und Erkrankungsstadien – fehlt ebenfalls.
- Eine Fraueninformation über die Einnahmerisiken von hormonell wirksamen Medikamenten, die auch in Zusammenhang mit der Brustkrebsentstehung gebracht werden, ist nicht ausreichend verfügbar.
- Zwar gibt es heute eine Zertifizierung (objektive Bewertung) von Brustzentren, doch längst nicht alle Patientinnen werden in Zentren behandelt und auch hier gilt: Die besseren europäischen Standards für Brustzentren werden in Deutschland häufig nicht zugrunde gelegt.
- Hochqualifizierte Breast Care Nurses (Spezialschwestern) stehen bei uns in den meisten Zentren bei der Begleitung der Patientinnen während der hochkomplexen Therapie bei Brustkrebs nicht zur Verfügung.
- Die Krebsregistrierung befindet sich im Aufbau, doch der Flickenteppich der Krebsregister in den einzelnen Bundesländern bildet ebenfalls bisher kein funktionierendes nationales Krebsregister.
- Die an Frauen mit Brustkrebs durchgeführten klinischen Studien können bisher nicht in einem nationalen Studienregister nachverfolgt werden. Damit ist Forschung für Frauen mit Brustkrebs bei uns nicht sicher genug.
- Die Medienberichterstattung zur Entwicklung neuer Medikamente weckt viele Hoffnungen, doch die harten Daten zu neuen Medikamenten sind für Patientinnen weiterhin weder wirklich transparent, noch verständlich nachvollziehbar.
Breast Cancer Action Germany engagiert sich für nationale und internationale Gesundheitsziele und wird weiterhin wichtige Informationen von und für Frauen verfügbar machen. Dafür arbeitet das Selbsthilfeprojekt mit den wichtigsten Frauengesundheits- und Selbsthilfeorganisationen zusammen.
Weitere Infos: bcaction.de oder bcag.twoday.net
Außerdem empfehle ich die Frauenselbsthilfe Krebs-Kompass (von wo auch das Bild stammt).