"Neue" Krankheit: Broken-Heart-Syndrom oder Stress-Kardiomyopathie
abgelegt im Archiv Gesundheit in der Arbeitswelt , Herz und Kreislauf , Medizin-News am 27.06.06
Es wirkt wie ein Herzinfarkt, muss in der ersten Hilfe sicherlich genauso behandelt werden, ist aber keiner - der Hauptunterschied zeigt sich erst bei genauer anatomischer Untersuchung: Die Herzkranzgefäße sind nicht verengt.
Auch unter Herzspezialisten ist die Erkrankung noch nicht genügend bekannt, deshalb habe ich sie in der Überschrift als "neu" bezeichnet, obwohl das natürlich relativ ist und es die Krankheitsform vor ihrer "Entdeckung" schon gegeben hat: "Broken-Heart-Syndrom" oder medizinisch exakter (und auf die Ursache deutend): Stress-Kardiomyopathie, auch Tako-Tsubo genannt (weil sie zuerst an Japanern entdeckt wurde).
Ich zitiere aus der Beschreibung bei wissenschaft.de:
"Extremer Stress oder ein heftiger Schock können Symptome auslösen, die denen eines Herzinfarktes gleichen. Doch muss nicht immer ein echter Infarkt dahinter stecken. Manchmal handelt es sich auch um eine so genannte Stress-Kardiomyopathie, eine Krankheit, die auch als Broken-Heart-Syndrom bezeichnet wird. Das Besondere daran: Die heftige Funktionsstörung des Herzens verschwindet schon nach wenigen Tagen von alleine wieder. Bekannt ist das Krankheitsbild erst seit wenigen Jahren, und Kardiologen rätseln immer noch, was genau dahinter steckt.
Ganz plötzlich setzten die Symptome ein: Während die 64-jährige Pastorin auf dem Weg zur Kanzel war, spürte sich auf einmal starke Schmerzen und ein extremes Engegefühl in der Brust. Noch bei der Einlieferung in die Klinik sprach alles für einen akuten Herzinfarkt - das EKG zeigte typische Veränderungen und eine Ultraschalluntersuchung des Herzens zeigte, dass die linke Herzkammer praktisch nicht mehr arbeitete ...
Erstmals berichtet wurde über solche gebrochenen Herzen Anfang der 1990er Jahre in Japan. "Damals glaubten Mediziner allerdings noch, es handele sich um ein rein asiatisches Phänomen, das in westlichen Ländern keine Rolle spielt", berichtet Joachim Weil im Gespräch mit ddp. Das hat sich mittlerweile jedoch geändert: Immer mehr Mediziner beschäftigen sich auch hierzulande mit dem rätselhaften Syndrom, das auf den ersten Blick so sehr einem Herzinfarkt gleicht.
Doch im Gegensatz zum häufig spontan auftretenden Infarkt gibt es in der Regel einen klaren Auslöser für die Stress-Kardiomyopathie. "Nach bisherigem Wissen ist die entscheidende Voraussetzung ein außergewöhnlicher Stressfaktor", erklärt der Kardiologe Harald Kühl, Oberarzt am Universitätsklinikum aachen. Im Fall der Pastorin war dieser Stressfaktor die starke Anspannung vor der Predigt, die damit zusammenhing, dass sie bereits seit vielen Jahren keine Sonntagspredigt mehr gehalten hatte. Doch auch ein Autounfall, ein Überfall, ein heftiger Streit oder eine schlimme medizinische Diagnose können der Auslöser sein, genauso wie der Tod eines nahestehenden Menschen. Genau dieser Zusammenhang emotionalen Ausnahmesituationen war es, der der Krankheit ihren bildhaften Namen eingebracht hat.
Ebenfalls anders als beim Herzinfarkt trifft die Stress-Kardiomyopathie fast ausschließlich ältere Frauen. Warum das so ist, kann bislang allerdings niemand sagen ..."
Lesen Sie den ganzen Artikel bei wissenschaft.de.
Bildquelle: http://www.zirndorf.de/spielmobil/krimi/aus/

Tags: HerzKreislauf Broken_Heart Stress stress gesundheit stress+kardiomyopathie broken+heart heart+syndro
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Wong
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Kommentar von:
Geistmaria
(06.08.08 15:03 Uhr)
Interessanter Beitrag, ich wusste das gar nicht!
Kommentar von:
P.Schultz
(19.03.10 9:22 Uhr)
Der Beitrag ist sehr interessant,denn ich habe seit einigen Jahren immer wieder Symptome eines Herzinfarktes,doch man konnte nichts feststellen.ich bin 46 Jahre,bin seit 11 Jahren verwitwet.
Ich habe meinen Mann mit 14 Jahren kennen gelernt,er war,ist und bleibt,meine große Liebe.Unsere beiden Kinder waren zum Zeitpunkt seines Todes 5 Jahre,bzw. 20 Monate.Das hat mich natürlich sehr mitgenommen.Mein Mann starb an Krebs.Er ist zuhause gestorben und ich habe seine Urne auch zuhause,denn ich konnte ihn nicht loslassen.Je älter die Kinder nun werden,wird mir bewusster,wie sehr ihnen der Vater fehlt.Ich habe einige Menschen kennen gelernt,doch meinem Mann kann niemand das Wasser reichen.Deshalb bin ich auch in der Winterzeit(mein Mann starb im Januar 99)oft depressiv.
Ich hatte schon oft starke Schmerzen in der Brust,Atemnot,Taubheitsgefühl in der linken Körperhälfte.Es verschwand aber immer so schnell,wie es auftauchte.Untersuchungen waren stets negativ.Nun habe ich in der Ausstellung Körperwelten vom Broken-Heart-Syndrom gelesen.Ich habe oft darüber nachgedacht,das man an gebrochenem Herzen sterben kann,dort sah ich die Bestätigung.
Ich habe meinen Mann mit 14 Jahren kennen gelernt,er war,ist und bleibt,meine große Liebe.Unsere beiden Kinder waren zum Zeitpunkt seines Todes 5 Jahre,bzw. 20 Monate.Das hat mich natürlich sehr mitgenommen.Mein Mann starb an Krebs.Er ist zuhause gestorben und ich habe seine Urne auch zuhause,denn ich konnte ihn nicht loslassen.Je älter die Kinder nun werden,wird mir bewusster,wie sehr ihnen der Vater fehlt.Ich habe einige Menschen kennen gelernt,doch meinem Mann kann niemand das Wasser reichen.Deshalb bin ich auch in der Winterzeit(mein Mann starb im Januar 99)oft depressiv.
Ich hatte schon oft starke Schmerzen in der Brust,Atemnot,Taubheitsgefühl in der linken Körperhälfte.Es verschwand aber immer so schnell,wie es auftauchte.Untersuchungen waren stets negativ.Nun habe ich in der Ausstellung Körperwelten vom Broken-Heart-Syndrom gelesen.Ich habe oft darüber nachgedacht,das man an gebrochenem Herzen sterben kann,dort sah ich die Bestätigung.
Kommentar von:
Helge Mücke
(22.03.10 14:05 Uhr)
Ich bin natürlich - bei allem Ernst des Themas - erfreut, dass ein Artikel zu einer Horizonterweiterung und Verständnis eigener Probleme geführt hat - da habe ich ja doch das Gefühl, meine Tätigkeit hat doch wenigstens gelegentlich einen Sinn. Ich wünsche Ihnen alles, alles Gute - und dass Sie doch zu einem besseren "Loslassen" finden, denn das ist wohl doch (für Sie) nötig. Für mich persönlich wäre die Überzeugung von einem wiederholten Erdenleben (Karma) hilfreich - aber das Thema lässt sich hier nicht näher ausführen und gehört auch nicht in einen Gesundheitsblog. Grüße aus Hannover - Helge Mücke
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