Nierenkrankheiten besser verstehen – mit Genschalter

Durch den Einbau eines Gen-Schalters kann bei Mäusen die Produktion einzelner Eiweißmoleküle in der Niere gezielt gesteigert oder gedrosselt werden. Damit lässt sich der Einfluss bestimmter Proteine auf die Krankheitsentstehung überprüfen. Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum, dem Universitätsklinikum Heidelberg und aus weiteren Institutionen publizieren dieses Modell zur Untersuchung schwerer Nierenerkrankungen in der neuesten Ausgabe der Zeitschrift Nature medicine.
Zystenniere, Nierenfibrose oder das Nierenzellkarzinom: Viele Erkrankungen der Ausscheidungsorgane sind charakterisiert durch eine Überproduktion oder – im Gegenteil – durch den Ausfall charakteristischer Proteine in den Nierenzellen. Ein internationales Team unter Federführung von Wissenschaftlern aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum und dem Universitätsklinikum Heidelberg entwickelte nun ein Tiermodell, um die Entstehung dieser Leiden besser zu untersuchen.
Die Forscher fügten in das Erbgut von Mäusen ein genetisches Schaltelement ein, über das die Produktion krankheitstypischer Proteine ausschließlich im Nierengewebe an- oder abgeschaltet werden kann. Ausgelöst wird dieser Schalter einfach durch den Zusatz des Antibiotikums Tetracyclin im Futter der Tiere.
Lesen Sie die genauere Beschreibung des Forschungsweges beim Informationsdienst Wissenschaft (idw)