Nobelpreis Medizin 2006 Fire und Mello: Gen-Ausschalter gefunden
Den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin bekamen in diesem Jahr zu gleichen Teilen die US-Forscher Craig Mello (45) und Andrew Fire (47). Sie haben herausgefunden, wie Gene (Erbanlagen) stillgelegt oder stummgeschaltet werden können. "RNA-Interferenz" heißt der Fachausdruck dafür – RNA ist der Botenstoff der Erbanlagen, die aus der DNA bestehen.
"Dabei fängt ein doppelsträngiges RNA-Molekül in Zusammenarbeit mit verschiedenen Proteinen die Genabschriften ab, die den Proteinfarbriken der Zelle normalerweise als Vorlage für die Produktion von Eiweißen dienen, und zerstört sie. Auf diese Weise wehren Zellen nicht nur eindringende Viren ab, sondern sie halten auch ihr Genom stabil und regulieren die Aktivität von Genen, die nicht ständig benötigt werden" – so wird der Vorgang bei wissenschaft.de formuliert (Ilka Lehnen-Beyel)
Ich denke, dass die enorme praktische Bedeutung schon aus diesen wenigen Sätzen erkennbar wird. Die Neuentwicklung von Medikamenten gegen Virusinfektionen sowie gegen Krebs, degenerative Erkrankungen oder aids wird auf der Basis dieser Entdeckungen in absehbarer Zeit möglich sein.
Die Freude über diesen Preis ist gerade in Deutschland besonders groß, entnehme ich der Ärzte-Zeitung. "Denn von Berlin aus wird die europäische Forschungsaktivität zur RNA-Interferenz – dem gezielten Stummschalten von Genen – koordiniert.
Die Forschung der beiden Preisträger sei ein "absolut spannendes Gebiet", sagte Professor Thomas Meyer, Molekularbiologe und Direktor am Berliner Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie. Meyer koordiniert das EU-Projekt RIGHT (RNAInterference Technology as Human Therapeutic Tool), an dem 24 Forschergruppen aus zehn Ländern beteiligt sind."
Näheres zu diesem Aspekt hier.
Wenn Sie sich aber für weitere Einzelheiten zu den Forschungsergebnissen der beiden frischgebackenen Nobelpreisträger interessieren – und das sollten Sie, denn das ist wirklich spannend -, dann sollten Sie an anderer Stelle in der Ärzte-Zeitung und bei wissenschaft.de nachlesen. Besser kann man es nicht darstellen, deshalb verweise ich auf die Kollegen!
Dieses Mal habe ich auf ein Bild an dieser Stelle verzichtet – da ich rechtliche Probleme befürchte (und nicht an AP zahlen kann). Ein nettes Bild mit beiden zusammen, das von AP stammt, findet sich
bei http://www.cbsnews.com.