Nocebo statt Placebo: eingebildeter Schmerz kann auch weh tun

Dass Schmerzempfinden von der "gefühlten" Kontrolle abhängen kann, dass also Schmerzempfinden einen stark subjektiven Anteil haben kann – davon war hier kürzlich erst die Rede. Was für mich aber auch völlig neu war – dass man in Forscherkreisen von einem Nocebo-Effekt spricht, in Anlehnung an den Placebo-Effekt (bei wikipedia in Englisch erklärt).
Angst vor Schmerzen lassen diese oft erst entstehen – bekannt ist das zwar schon, aber italienische Forscher haben die materielle Grundlage, den verantwortlichen Botenstoff dafür entdeckt.
CCK wird bei Angst in der Darmschleimhaut gebildet und löst im Gehirn eine Schmerzreaktion aus, den Nacebo-Effekt also (denn der Schmerz ist "nur" eingebildet).
Damit ist auch zu erklären, warum Nebenwirkungen von Medikamenten oft dann auftreten, wenn der Patient sie erwartet.
Die Forscher der Universität Turin hatten bereits 1997 ein Mittel herausgefunden (Wirkstoff Proglumid), das den Nocebo-Effekt vermindert.
Neuerdings sind die Forscher in Experimenten dem Wirkmechanismus genauer nachgegangen. Die Einzelheiten möchte ich nicht an dieser Stelle selber referieren, sondern schlage vor, dass Sie die Zusammenfassung bei wissenschaft.de dort nachlesen. Es lohnt sich wieder einmal als Beispiel dafür, wieviel Kleinarbeit Wissenschaft doch auch erfordert!
Bildquelle: justicia.bitacoras.com
November 27th, 2006 at 15:23
Kann es einfache Autosuggestion sein?