Obst und Gemüse schützen doch Herz-Kreislauf und vor Krebs - Studie falsch
abgelegt im Archiv Ernährung , Herz und Kreislauf , Reisen und Gesundheit am 14.02.06
Kürzlich hatte ich hier die Meldung aufgegriffen, nach einer großen sog. Fall-Kontroll- oder Kohortenstudie (Auswertung von vorhandenen Statistiken) sei die Krebsrate nicht durch Verzehr von Gemüse und Obst zu senken. Es hatte zu Recht zwei skeptische sachgerechte Kommentare von Lesern gegeben.
Mir war wichtig an der Meldung gewesen, dass Gemüse und Obst alleine natürlich nicht ausreichen, sondern wenigstens Bewegung als Faktor dazukommen muss.
Jetzt war in der Internetausgabe der "Ärzte-Zeitung" in der Rubrik "Im Gespräch" zu lesen, wo denn nun wirklich die Schwachstellen der Studie gelegen haben.
Grundsätzlich wären, wird dort erklärt, "Interventionsstudien" der bessere Weg - wie sie bei Medikamenten Standard sind: also nicht nur Auswertung vorhandener Werte, sondern Auswertung von Erfahrungen, die extra zu dem Zweck gemacht worden sind bzw. auch nicht (in der Kontrollgruppe). Eine freiwillige Gruppe von Menschen nimmt die betreffenden arzneimittel ein bzw. eine andere zufällig ausgewählte Gruppe eben nicht.
Bei Ernährungsfragen kann man aber nicht so vorgehen - man kann schlecht von Menschen erwarten, dass sie über Jahre oder Jahrzehnte eine ganz bestimmte Nahrung zu sich nehmen, auch auf freiwilliger Basis nicht.
In der betreffenden WHI-Studie aber (= Women's Health Initiative) versuchte man einen Zwischenweg:
Nach einem besonderen Schulungsprogramm sollte ein Teil der Frauen freiwillig die Ernährung umstellen; die anderen nicht (Kontrollgruppe).
Teilgenommen haben 49.000 gesunde Frauen. Die Diätgruppe (knapp 20.000) wurde so geschult, dass sie weniger Fett aßen (bis 20 % des Energiebedarfs aus Fett) und täglich fünf Portionen Obst und Gemüse und sechs Portionen Getreideprodukte.
Ergebnis: Nach acht Jahren gab es bei der Brust- und Darmkrebsrate und bei den Herz-Kreislauf-Erkrankungen (KHK) keine signifikanten Unterschiede, z.B. 3,4 Prozent Brustkrebs in der Diätgruppe, 3,6 Prozent in der Kontrollgruppe.
Doch hat sich jetzt herausgestellt, dass der Aussagewert der - teuren - Studie gleich Null ist. Warum? Weil die Unterschiede in der Ernährung bei beiden Gruppen in Wirklichkeit zu gering waren!
"So nahmen die Frauen in der Diätgruppe 29 Prozent ihrer Energie über Fett auf, bei den Frauen ohne Schulung waren es 37 Prozent. Die Frauen in der Diätgruppe schafften im Schnitt fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag, die Frauen ohne Diät aßen mit vier Portionen aber auch sehr viel Grünes. Und in beiden Gruppen wurden ähnlich viel Getreideprodukte verzehrt (5,5 versus 5 Portionen pro Tag)."Wenn Sie mögen, können Sie die Einzelheiten des Berichts hier nachlesen.
Bildquelle: http://www.markant.co.at/Geschaeft/geschaeft.htm

Tags: Obst Gemüse gemã¼se gesundheit obst obst+gemã¼se herz+kreislauf krebs+s
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