Oft vergessen und verdrängt: Alzheimer, Alters-Demenz

Zur Erinnerung an die vergesslichen Alten wird alljährlich am 21. September der Alzheimer-Tag begangen – sie sollen sich nicht abgeschoben fühlen, die vergesslichen Alten.
Eine der Aktionen der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft ist die "Galerie der Hände" – 3141 Bilder gibt es bereits: einfache Botschaften, auf die Hand geschrieben. Manchmal nur "Ich heiße …" oder "Ich wohne…" oder auch "Love", "Gott liebt mich – immer und überall" oder "Meine Selbstständigkeit".
"Mit einer Notiz auf der Hand wollen wir deutlich machen: Demenz kann jeden von uns treffen. Demenzkranke brauchen vor allem unser Verständnis und unsere Hilfe" – so hat es die (noch-) Bundesministerin Renate Schmidt, Schirmherrin der Demenzkampagne "helfen nicht vergessen", gesagt.

Von rund einer Million Demenzkranker in Deutschland leiden rund 700. 000 Menschen an Alzheimer (so heißt es in der Pressemitteilung des bfmsj). Jährlich sollen mehr als 200.000 Neuerkrankungen hinzukommen.

Jetzt, da ich dieses schreibe, ist der Tag schon fast vorbei – nicht, dass ich ihn vergessen habe, aber es war mir einiges an RL-Sorgen (einen anderen Menschen betreffend) dazwischengekommen.

Ich möchte aus dem Anlass des Alzheimer-Tages ein paar Meldungen weitergeben, die mir in letzter Zeit auf den Schreibtisch geflattert, nein: über den Bildschirm geflimmert sind. Ein paar Schimmer der Hoffnung …

Eine Neuigkeit wurde bereits in diesem Weblog dargestellt, ich erinnere daran: ein Beleg für die Bedeutung der Folsäure, was zugleich heißt: Gemüse hält das Gehirn frisch!

Entscheidend wichtig zur Vermeidung von Alzheimer ist aber auch Kupfer. Die These gibt es schon länger, aber in einer neuen Studie wurde sie bestätigt. Im Gehirn der Kranken finden sich Ablagerungen eines kleinen Eiweißes, das aus dem Amyloid-Vorläuferprotein (APP = amyloid precursor protein) hervorgeht. Für Funktion und Verarbeitung des APP unter normalen Verhältnissen aber ist Kupfer verantwortlich, das hatte man schon an Mäusen festgestellt. Bei einer Untersuchung von Alzheimer-Patienten hat man jetzt, wie zu erwarten, tatsächlich festgestellt, dass der Kupferspiegel im Blut besonders gering ist. Als nächsten Schritt will man untersuchen, wieweit durch die Verabreichung von Kupfersalzen (-oxalaten) eine Verbesserung der Gedächtnisleistung erreicht werden kann. Eine einfache Möglichkeit zur Therapie?

Da sowohl Entgleisungen des Blutzuckerspiegels als auch Entzündungen bei der Entstehung von Alzheimer eine Rolle spielen, ist man neuerdings auf die Idee gekommen, den Wirkstoff Rosiglitazon, der seit rund fünf Jahren bei Diabetes eingesetzt wird, auch bei Alzheimerkranken zur Linderung anzuwenden. Die Studie u.a. an 15 Prüfzentren der Firma GSK ist noch nicht abgeschlossen.

Einer anderen Therapiemöglichkeit sind Forscher der Universität Kalifornien in San Diego auf der Spur: Sie spritzten körpereigene Botenstoffe ins Gehirn, die das Wachstum von Nervenzellen anregen. Sie hatten sie vorher aus Hautzellen der Patienten gewonnen. Erste Erfolge zeigten sich – der geistige abbau verlangsamte sich, aber die Forschungen stehen erst ganz am Anfang.

Nicht vergessen: der Alzheimer-Tag ist nur als Anstoß gedacht, einmal im Jahr – intensive Hilfe aber ist das ganze Jahr über nötig. Wer keine direkte Möglichkeit hat (und das sind natürlich die meisten), kann durch Spenden die Arbeit unterstützen …

Bildquelle: http://www.helfen-nicht-vergessen.de
Text: Helge Mücke


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