Ohrgeräusche: Musik gegen Tinnitus
abgelegt im Archiv Krankheiten und Therapiemöglichkeiten am 15.08.06
An chronischen Ohrstörungen - Tinnitus - sollen rund eine Million Deutsche leiden. Heidelberger Wissenschaftler haben große Erfolge mit einem neuen Therapiekonzept, bei dem die Patienten mit Hilfe von Musik lernen, die Wahrnehmung ihres Tinnitus gezielt zu kontrollieren.
Die Fehlsignale in den Hörzellen können viele Ursachen haben, die man noch nicht bis ins Detail versteht. Schäden durch Lärm, Infektionen im Innenohr oder Nebenwirkungen von Medikamenten oder Stoffwechselkrankheiten gehören zu den Auslösern. Häufig liegen jedoch die Ursachen auch in Verspannungen und Störungen der Halswirbelsäule und des Kiefergelenks.
"Bei vielen Patienten wird ein solcher subjektiver Tinnitus chronisch. Das heißt, das Ohrgeräusch verändert vielleicht seine Lautstärke, verschwindet jedoch niemals völlig. Oft hat sich das Ohrgeräusch dann bereits verselbstständigt: Das Gehirn hat dann das Geräusch als "Ohrwurm" abgespeichert, auch wenn die ursprüngliche Ursache des Tinnitus im Ohr längst verschwunden ist und aus dem Innenohr gar kein entsprechendes Hörsignal mehr kommt.
Diese Fixierung des Gehirns auf das Ohrgeräusch zu durchbrechen und die Wahrnehmung wieder in andere Bahnen zu lenken, ist das Ziel des von Heike Argstatter und Hans Volker Bolay vom DZM in Heidelberg entwickelten Therapiekonzepts. Behandelt werden können damit Patienten, die einen Ton klar definierbarer Frequenz hören und nicht beispielsweise ein Rauschen oder brummen.
Erster Baustein der Therapie ist es, den Tinnitus-Ton mit Hilfe eines elektronischen Tongenerators in Tonhöhe und Lautstärke nachzuempfinden. Dieser Ton bildet dann die neue Basis für das Hören von Musik. So lässt der Therapeut Entspannungsmusik mit dem Tinnitus-Ton oder einer seiner Oktaven als Grundton erklingen. "Die Patienten integrieren diesen Ton in den Hörprozess und empfinden ihn erstmals nicht mehr als negativ", erklärt Psychologin Heike Argstatter im Gespräch mit wissenschaft.de.
"Im zweiten Schritt singen die Patienten gezielt den Tinnitus-Ton und lernen damit, ihn zu kontrollieren", so Argstatter. Durch gezieltes Hören und Übungen wie das Nachsingen vorgegebener Melodien lernen sie zudem, ihre Aufmerksamkeit zu steuern und dadurch den Tinnitus aktiv zu beeinflussen. Weitere Bausteine des Therapiekonzepts sind, den Einfluss von Stress auf den Tinnitus besser zu kontrollieren und sich gezielt auf positive Dinge zu konzentrieren. Zudem trainieren die Patienten, diese Techniken auch im praktischen Alltag ein- und umzusetzen und dem Tinnitus ein positive Funktion zuzuschreiben - etwa als Warnsignal für Stress."
Lesen Sie Einzelheiten bei wissenschaft.de.
Bild: http://www.tinnitus-inti.de/

Permalink: Ohrgeräusche: Musik gegen Tinnitus
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Wong
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Kommentar von:
Carlos
(04.01.10 13:52 Uhr)
Das ist eine wunderschöne Erfindung! ich hoffe, dass das wirklich helfen kann,meine Mutti leidet an dieser Krankheit, aber leider gibt es bis jetzt keine Verbesserung!
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