Organspende EU-weit geregelt: Jahreskongress der DSO
abgelegt im Archiv Chirurgie, Unfallbehandlung , Gesundheitsreform, Gesundheitspolitik am 05.06.07
Organmangel in der EU? Den soll es künftig nach gemeinsamem Maßstab geben. So konnte es Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt am Wochenende in Berlin auf dem 3. Jahreskongress der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) verkünden.
Die Europäische Kommission hatte sich gerade darauf geeinigt, gemeinsame Anstrengungen zu unternehmen, um "die Strukturen in den Transplantationssystemen der Mitgliedsstaaten zu verbessern und mehr Menschen Zugang zu menschlichen Organen zu verschaffen". Erst einige Wochen zuvor hatte die Kommission angekündigt, dass EU-weite Standards für die Sicherheit und Qualität von menschlichen Organen entwickelt werden müssten.
Innerhalb Deutschlands ist Mecklenburg-Vorpommern das "Vorzeigeland" - so wie EU-weit Spanien: 30 Organspenden pro Million einwohner. Es geht also, auch in Deutschland. Man muss eben "von den Besten lernen".
"Erst wenn wir gelernt haben von Regionen in Deutschland, die es gut machen, können wir über eine Veränderung von Gesetzen reden", sagte Schmidt. Dort sei einer der Schlüssel zum Erfolg, dass die von der DSO angebotene Unterstützung auch aktiv nachgefragt werde, etwa in der Angehörigenbetreuung. Sie plädiere dafür, auf der elektronischen Gesundheitskarte ein Feld für eine Erklärung zur Organspende frei zu halten. Zu den Ideen der EU-Kommission gehört ein europäischer Organspendeausweis und die Ausweitung der Lebendorganspende, die in einigen Nachbarländern wie den Niederlanden schon deutlich liberaler gehandhabt wird als bei uns.
In Deutschland dürfe es künftig keine Interessenkonflikte geben zwischen der Organ- und der Gewebespende, so die Ministerin. Die Organspende müsse Vorrang behalten. Deshalb verfolge das Ministerium "mit großem Interesse die Bemühungen der DSO, sich von der DSO-G abzugrenzen", einer 100prozentigen Tochtergesellschaft, die Gewebespenden organisiert. "Wir werden uns auf die Organspende konzentrieren", antwortete Kirste. Eine Entscheidung, wie die Abgrenzung zur Gewebespende aussehen solle, werde noch in diesem Monat fallen.
Quelle: Ärzte Zeitung, s. auch hier.
Über die getürkte Organspendeshow können Sie hier nachlesen.
Bildquelle: medizin.uni-tuebingen.de

Tags: Organspende Spenderorgane Organmangel DSO EURegelung+Organspende
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