Orkan, Kyrill: Wind und Gentechnik
abgelegt im Archiv Ernährung , Prävention, Gesundheitsvorsorge , Umwelt und Hygiene am 20.01.07
Ich weiß nicht, ob Sie das auch kennen und schon oft als merkwürdig empfunden haben: Beim Bloggen muss man häufig "das Pferd von hinten - vom Schwanze - aufzäumen" - das fängt ja schon bei der Durchsicht eines Weblogs an: der neueste Artikel kommt zuerst, die früheren schließen sich an, alles in der Zeit rückwärts. Es kann auch so kommen, wenn man per Suchmaschine auf einen Artikel stößt und sich von ihm aus über Link zu früheren Artikeln vortastet ... Na, Sie wissen sicher, was ich meine ...
Diesmal ist es mir auch so ergangen - ich mache nämlich gleich (wenn es klappt) das Trackback zu einem Trackback - da steckt ja das Wort "rückwärts" sowieso mit drin.
Mein Ansatzpunkt heute war: Den Orkan "Kyrill" kann ich einfach nicht ignorieren, auch in einem Gesundheits-Weblog. Aber welches Bloggerthema eignet sich? Zusammenhang zwischen Wetterwirkung und Kreislauf vielleicht?
Zufällig stieß ich bei bloggerei auf einen kurzen Artikel, der einen anderen Zusammenhang herstellt, der mich zunächst verblüffte - den zwischen Kyrill und Gentechnik!
Was hat ein Orkan mit Gentechnik zu tun? - so fragt "Save Our Seeds", ein Blog der TAZ.
Die Antwort ist ganz einfach: Er führt Sicherheitsabstände gentechnisch veränderter Kulturpflanzen ad absurdum, von Gen-Mais z.B. (Der Versuchsanbau derartiger Pflanzen wird nur dann erlaubt, wenn zu Feldern mit "normalen" Pflanzen ein bestimmter Sicherheitsabstand eingehalten wird.)
"Stellen Sie sich vor", schreibt Save Our Seeds, "es sei jetzt Maisblütenzeit ... und jede geschlechtsreife Maispflanze würde gerade ihre 20 bis 50 Millionen Pollen auf die Reise zur nächsten weiblichen Blüte schicken; auch die gentechnisch veränderten. Tja, da würden 'Kyrill', und selbst der kleine 'Franz' die Wissenschaftler ganz schön blaß aussehen lassen, die uns und Herrn Seehofer gerade mühsam erklären, daß Maispollen nicht weiter als 100 Meter fliegt."
In den Computermodellen, die den Sicherheitsabständen zugrunde liegen, werde von einer durchschnittlichen Windgeschwindigkeit von 10 bis 20 Kilometern je Stunde ausgegangen. Stürme wie "Kyrill" wehen aber mit durchschnittlich 50 bis 70 Stundenkilometern, in Böen bis 190. Das lässt sich natürlich nicht gentechnisch verändern.
"Hören" Sie weiter, wie bissig Save Our Seeds das kommentiert (die beiden Namen bezeichnen die beiden großen Saatgutfirmen, aber das wissen Sie vermutlich):
"'Dumm gelaufen' würden dann die Herren von Monsanto und Bayer sagen, 'das ist leider höhere Gewalt, dafür sind wir nicht verantwortlich.' Die Herren von der Sturm- und Hagelversicherung würden mit den Achseln zucken. Kreuz und quer durch Deutschland hätten bauern nicht nur Sturmschäden, sondern auch noch die Verunreinigung der Ernte mit Gentechnik am Hals. Feine Aussichten! Aber, nicht wahr, so etwas kommt in der Wirklichkeit ja ganz bestimmt nicht vor und schon gar nicht in der Risikoforschung. Man könnte fast meinen, 'Kyrill' sei wissenschaftsfeindlich."
"Der Blogeintrag: 'Kyrill' und die Gentechnik zeigt deutlich, dass die Diskussion, um Mindestabstände beim Anbau von GVOs nichts taugen" sagt kleinsthof.de - der Blog, von dem ich ausgegangen bin (s. oben) - und zitiert dann Save Our Seeds. Was ist GVO? Das musste ich auch erst nachgucken (nicht jeder Jargon kann von jedem auf Anhieb verstanden werden) - gentechnisch veränderte Organismen bezeichnet die Abkürzung (GMO in Englisch), so ließ ich mich gerne von wikipedia belehren.
Den Artikel von kleinsthof.de finden Sie hier, den von Save Our Seeds an dieser Stelle.
Bild (kein aktuelles Bild; zeigt Sturm an der bretonischen Küste): cts-reisen.de
http://counter.blogscout.de/claim/gesundheits-weblog.de/85b004fe0137eacaf67accdf35246dd7

Permalink: Orkan, Kyrill: Wind und Gentechnik
Tags: Orkan Kyrill Wind Gentechnik Wind+und+Gentechnik Genpflanzen GVO GMO Sicherheit+bei+Gentechnik Saat
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Wong
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Kommentar von:
Igelborste
(20.01.07 18:54 Uhr)
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