Orthopäden: Berufsbild im Wandel – bei Arthrose auch Eigenbluttherapie

Orthopäden: Berufsbild im Wandel - bei Arthrose auch Eigenbluttherapie

Zunehmend sind Orthopäden mit arthrose befasst: 25,2 Milliarden Euro geben die Kostenträger jährlich bereits für chronische muskuloskelettale Erkrankungen aus.
Vor allem bei der damit verbundenen Schmerztherapie sucht man nach neuen, effektiveren Wegen.
Beispielsweise machen Orthopäden auch eine Art Eigenbluttherapie – fachlich gesprochen: Injektion von autologem, konditioniertem Serum, kurz ACS genannt. Das Verfahren wurde jetzt von Orthopäden der Universität Düsseldorf in einer Kontrollstudie untersucht. Wie der Name ACS schon sagt, kommt dabei autologes Serum, "Eigenblut" eben, zum Einsatz. Das wird durch venöse Blutentnahme gewonnen und dann mit klitzekleinen Glaskügelchen versetzt. Diese Kügelchen sollen die weißen Blutzellen in dem entnommenen Serum so sehr verwirren, dass sie während einer Inkubationsphase (Ruhezeit) anfangen, körpereigene entzündungshemmende Zytokine, vor allem Interleukin 1, zu produzieren. Den so veränderten Serumcocktail zentrifugiert man dann (gibt ihn in eine Zentrifuge, eine Laborschleuder) und injiziert schließlich das Serum (natürlich ohne Glaskügelchen) in das betroffene Gelenk injiziert.

Zum Ergebnis der Studie wörtlich:
"Dass diese ganze Sache ein wenig abenteuerlich klingt, gibt auch Privatdozent Axel Baltzer vom Zentrum für molekulare Orthopädie in Düsseldorf zu. Er berichtete kürzlich auf dem Berliner Orthopädenkongress über die Ergebnisse der Studie. Insgesamt nahmen 399 Patienten mit symptomatischer und in der Röntgenuntersuchung bestätigter Arthrose des Kniegelenks an der Untersuchung teil. Behandelt wurde entweder mit dem neuen ACS-Verfahren, mit intraartikulären Hyaluronsäureinjektionen oder mit Kochsalzinjektionen, also Placebo. 'Die mit ACS therapierten Patienten zeigten nach sieben, 13 und 26 Wochen die größte Verbesserung in den Scores für Gelenkschmerz, Funktion und Steifigkeit sowie die beste Lebensqualität und Patientenzufriedenheit', sagte Baltzer. So verringerten sich beispielsweise bei 71 Prozent der Patienten die Schmerzen um mindestens die Hälfte. Das waren etwa doppelt so viele wie in der Placebogruppe, aber auch etwa doppelt so viele wie in der Hyaluronsäuregruppe. 'Dass wir zwischen Hyaluronsäure und Placebo keinen signifikanten Unterschied fanden, hat uns selbst etwas überrascht', sagte Baltzer."

Weitere Einzelheiten und Quelle: doccheck.

Bildquelle: labor-arndt-partner.de.


One Response to “Orthopäden: Berufsbild im Wandel – bei Arthrose auch Eigenbluttherapie”

  1. Ralf Gräser Says:

    Als Orthopäde und Internetneuling bin ich fasziniert von dem schier grenzenlosen Informationsangebot, auch wenn mir einige Meinungen doch Suspekt sind. Aber daß muss “hier” wohl so sein.

Hinterlasse eine Antwort


Impressum