Parkinson: Hilfe durch Netzhaut-Implantate ins Hirn?

Wenn man einmal darauf gekommen ist, klingt es verblüffend einfach, auch wenn es einem erst einmal merkwürdig vorkommt – so kann man manches Mal bei neuen Forschungsergebnissen denken, als beobachter von außen (dass oft mühsame Kleinarbeit dahinter steckt, ist die andere Seite).
Die Parkinson-Krankheit, auch "Schüttellähmung" genannt, ist eine meist langsam fortschreitende Erkrankung des Gehirns, die durch Muskelsteifheit (Rigor), Schüttelbewegungen in Ruhe (Ruhetremor) und allgemeine Bewegungsarmut (Akinese oder Hypokinese) gekennzeichnet ist.
BBC-News berichtet über neue Versuche, durch Implantate ins Gehirn Besserung zu erreichen – und zwar wird tatsächlich Netzhaut-Gewebe vom Auge eingepflanzt.
Das hat einen leicht verständlichen Hintergrund:
Häufig werden Parkinson-Kranke mit L-Dopa (Levodopa) behandelt (einer Vorstufe des Hirnbotenstoffs Dopamin) – dabei treten aber unerwünschte Nebenwirkungen auf, unwillkürliche Zuckungen vor allem.
Das Retina-(Netzhaut-)Gewebe des menschlichen Auges produziert natürlicherweise Levodopa – benutzt man es als Implantat, entfallen die Nebenwirkungen.
Versuche der US-Forscher an der Universität Alabama an sechs Patienten brachten positive Ergebnisse: 48 % Verbesserung der Bewegungen, eindeutig erhöhte Lebensqualität, aber keine Nebenwirkungen im Bewegungsbereich. Das lässt hoffen, sagen die Experten …
Die Zusammenfassung lässt sich in Englisch bei BBC-News nachlesen; die grundsätzliche Seite bei wikipedia.
Bildquelle: http://www.bodenaturkost.de/ (Walnuss als Symbol – bekanntlich eine gute Nervennahrung)
Text: Helge Mücke
November 27th, 2008 at 09:51
Ein interessanter Beitrag. Wir werden das Thema weiterverfolgen. Parkinson-Hilfe Deutschland e.V.