Passend zur Reisewelle – Thrombose: Keine Gefahr ueber den Wolken ?

Passend zur Reisewelle - Thrombose: Keine Gefahr ueber den Wolken ?

Keine Gefahr über den Wolken – sagt der Senioren-Ratgeber (Sie wissen schon: das kleine Heft, das man kostenlos in den Apotheken bekommt), schreibt das k aber vorsichtshalber in Klammmern, also (k)eine Gefahr.

Langstreckenflüge sind eben keine Gefahr, wenn man sich richtig verhält und vorsorgt!

Ausreichend trinken – nicht aber Kaffee oder Alkohol – ist einer der wichtigsten Ratschläge zur Vorbeugung gegen Thrombose, die Verstopfung eines Blutgefäßes durch ein blutgerinnsel. Trinkt man zu wenig, wird das Blut dickflüssiger und die Gefahr ist größer.

Venenexperten sprechen von einer Reisethrombose, wenn sich während einer längeren Reise ein Blutgerinnsel bildet und dieses ein Gefäß im tiefer gelegenen Beinvenensystem verstopft. Es gibt einen Zusammenhang zwischen Reise und Gefäßverschluss, sagen Venenexperten, "wenn die Reise länger als fünf Stunden dauert und Reisende fast nur sitzen". Komplikationen wie eine Lungenembolie – die Verstopfung einer Ader in der Lunge – treten oft erst zwei Wochen nach der Reise auf.

Nicht das Flugzeug ist das Problem, sagt Venenexperte Schimmelpfennig – vielmehr das lange Sitzen. Es kann einen also auch im Sessel vor dem Fernseher treffen. 22 Millionen Venenpatienten gibt es bundesweit, 12 Millionen deutsche Fluggäste steigen für Langstreckenflüge jährlich in den Flieger. "Die Leute hocken stundenlang unbeweglich auf ihrem Sitz." Eine Tortur für strapazierte Venen, das Blut staut sich zurück, die Beine schwellen an.

Reisemediziner wie Venenexperten warnen vor Panikmache. "Hauptursachen für eine Thrombose sind familiäre Veranlagung, Krampfaderleiden und Übergewicht", gibt Dr. Hammel zu bedenken. Sein Tipp: Reisende sollten ihr Thromboserisiko beim Hausarzt, Venenarzt oder im reisemedizinischen Zentrum checken lassen. Wer über eine stabile Gesundheit verfügt, gesunde Venen hat, auf der Reise viel trinkt und für genügend Bewegung sorgt, läuft kaum Gefahr, eine Thrombose zu erleiden.

Natürlich gibt es Menschen mit größerem Risiko: ältere Reisende, Herzkranke, Patienten mit Blutgerinnungsstörungen oder Frauen, die Wechseljahrshormone einnehmen. "Mindestens zwei Faktoren müssen zusammentreffen, um von einem mittleren Risiko zu sprechen", erklärt Schimmelpfennig. Für diesen Fall rät der Gefäßspezialist zusätzlich zu Stützstrümpfen, "bei bestehendem Krampfaderleiden auf jeden Fall medizinische Kompressionsstrümpfe". Beide sind auch in der Apotheke erhältlich.

Sind Gerinnungsstörungen bekannt, verordnen Mediziner für den Reisetag zusätzlich ein gerinnungshemmendes Medikament. Es ist als Einmalspritze erhältlich, der Patient kann sich das Medikament leicht selbst spritzen. Der Arzt zeigt, wie die Spritztechnik funktioniert. Tabletten eignen sich nicht. "Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure reicht auf keinen Fall zur Vorbeugung", warnt Flughafenmediziner Hammel. Und: Im Flieger sollten Reisende nicht eigenmächtig vom Arzt verschriebene Wassertabletten nehmen. "Sie verschärfen die Thrombosegefahr zusätzlich", erklärt Schimmelpfennig.

Patienten, die bereits eine Thrombose hatten oder unter mehreren Krankheiten gleichzeitig leiden, sowie frisch Operierte sind besonders gefährdet. Ein absolutes Muss für sie: das Tragen von Kompressionsstrümpfen und Spritzen von Heparin. "Und zwar nicht nur am Reisetag, sondern auch am Tag vor und nach der Reise", rät Venenarzt Schimmelpfennig. Daran sollten übrigens auch Reisende denken, die einen Beingips haben.

Quelle: seniorenpro.de
Bild: meduni-graz.at


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