Psychiatrie: Begriff Schizophrenie abschaffen! fordern britische Experten

Die Forderung einiger britischer Experten, den Begriff "Schizophrenie" abzuschaffen, war wie "Wasser auf meine Mühlen", denn meine persönliche Erfahrung vor rund einem Jahr lässt mich genau zu diesem Schluss kommen. Nein, nicht als persönlich direkt Betroffener, zum Glück, ich bin also selber kein Fall und kein Patient gewesen. Aber eine befreundete Künstlerin war in die Psychiatrie mit eben der Diagnose gebracht worden – zwangsweise, und es war sehr schwer, sie dort wieder herauszuholen; erst nach vier Wochen gelang das, und das soll noch schnell gewesen sein (ich hatte seinerzeit auch in diesem Blog andeutungsweise davon gesprochen). Dass gerade Künstler meist besonders empfindsam sind und, schlicht ausgedrückt, "anders ticken" (von Hirnforschern übrigens inzwischen sogar nachweisbar), spielte bei Diagnose und Behandlung überhaupt keine Rolle.
Das "Konzept der Schizophrenie ist wissenschaftlich bedeutungslos. Es fasst eine ganze Reihe verschiedener Probleme unter einem Label zusammen – die annahme ist, dass all diese Leute mit all diesen verschiedenen Problemen die gleiche Gehirnerkrankung hätten … Die Folge sei nicht selten, dass Patienten falsch behandelt werden", sagen die britischen Ärzte – fürwahr! Die Künstlerin übrigens arbeitet längst wieder künstlerisch und verzichtet auf jegliche Medikamente (womit ich nicht sagen will, dass sie psychisch absolut stabil ist, aber davon kenne ich noch eine ganze Menge anderer Beispiele …).
Hier die Meldung, die ich beim österreichischen netdoktor (Link weiter unten) fand, der sich wiederum auf "BBC Health" beruft:
"Geht es nach einer Gruppe britischer Experten, sollte der Begriff "Schizophrenie" aus dem Fachvokabular gestrichen werden. Denn unter diesem Terminus würden dermaßen viele und derart unterschiedliche Symptome zusammengefasst, dass dies die Diagnose ungenau und ungültig werden lasse. Aufgrund von Stigmatisierungen und Behandlungsfehlern richte der Begriff bei den Patienten vor allem Schaden an, heißt es.
"Wir bezweifeln nicht, dass es Personen gibt, die belastende Erfahrungen wie das Hören von Stimmen oder paranoide Ängste erleben", erklärt einer der Verfechter der Abschaffung, der Psychologe Richard Bentall von der Universität Manchester. "Aber das Konzept der Schizophrenie ist wissenschaftlich bedeutungslos. Es fasst eine ganze Reihe verschiedener Probleme unter einem Label zusammen – die Annahme ist, dass all diese Leute mit all diesen verschiedenen Problemen die gleiche Gehirnerkrankung hätten", so Bentall. Die Folge sei nicht selten, dass Patienten falsch behandelt werden.
In Großbritannien ist mittlerweile auch die "Campaign to Abolish the Schizophrenia Label" entstanden – eine Initiative, die sich für die Abschaffung des Terminus einsetzt. Paul Hammersley von der Universität Manchester, der sich in der Kampagne engagiert, betont die enorme Stigmatisierung, die mit dem Begriff verknüpft sei: "Er wird mit Gewalt, Gefährlichkeit, Unberechenbarkeit, Unfähigkeit zur Erholung, ständiger Krankheit, permanentem Bedarf an Medikamenten und Arbeitsunfähigkeit verbunden", schildert Hammersley.
Kritiker des Vorstoßes führen indes ins Treffen, dass man an dem Begriff festhalten solle, solange es keine realistische Alternative gebe."
Textquelle (nach BBC Health): http://www.netdoktor.at
Juni 12th, 2009 at 10:51
Ich finde es absolut richtig den Begriff abzuschaffen, Ich nehme selbst Tabletten gegen Schizophrenie, von denen ich nur weiss dass sie bewirken dass ich schlafen regelmässig kann. Aber ich glaube ausserdem dass die Tabletten Placebos sind da ich schon mehrfach versuchte sie Abzusetzen und wirklich nichts körperliches sprich biologisches festzustellen war. Die Schizophrenie ist nicht mehr als dieses Wort in den Lehrbüchern der Psychitrie. Aber dass ist sie auch.
Es bleibt zu sagen dass etwas existiert was krank ist und was geheilt werden kann. Im Endeffekt heilt die Liebe und das Vertrauen zum Leben. Da aber nun dieser Begriff existiert bleibt die Frage. Was ist es dann was einen krank macht?
Ich bin zu der Überzeugung gelangt das es das Leben Selbst ist.
Auf dem Leben sollte das Etikett stehen.
Vorsicht Das Leben gefährdet ihre Gesundheit und endet immer tötlich.
Und seien wir doch mal erlich.
Ein bisschen Verrückt sind wir alle.