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Psychische Störungen: starke Zunahme, Früherkennung wichtig

abgelegt im Archiv Gesundheit in der Arbeitswelt , Seelische Gesundheit, Psyche am 17.04.07

Psychische Störungen: starke Zunahme, Früherkennung wichtig
Bayern ist hier das Beispiel, weil die Meldung von dort kam, sie haben einen entsprechenden "Gesundheitsmonitor" - es gibt aber keinen Grund, anzunehmen, es könnte in anderen Bundesländern anders aussehen. Ein betriebliches Gesundheitsmanagement soll bei der Früherkennung helfen? Da sind Zweifel angebracht, man kann das nicht einfach mit Röntgenreihenuntersuchungen machen wie bei Lungenkrankheiten.

In den letzten Jahren haben die psychischen Störungen deutlich zugenommen und verursachen inzwischen zehn Prozent der Ausgaben für das Gesundheitswesen.
Inzwischen ist jeder zehnte unter den Jugendlichen betroffen.

Derartige Zahlenangaben machte Gesundheitsstaatssekretär Otmar Bernhard anlässlich der Vorstellung des neuen Gesundheitsmonitors Bayern "Psychische Gesundheit": "Besonders Depressionen sind auf dem Vormarsch. Es gilt, die Früherkennung zu verbessern und damit Behandlungserfolge zu sichern." Regelmäßige Aufklärung, der Ausbau regionaler Bündnisse gegen Depression und die Fortführung des Schulungsprogramms für Pflegekräfte seien wichtige Bausteine dabei. "Bei der Zunahme der Depressionen spielen auch psychische Belastungen am Arbeitsplatz wie starker Termin- und Leistungsdruck, geringe Handlungsspielräume oder die Arbeitsplatzunsicherheit eine große Rolle. Hier brauchen wir mehr Prävention in den Betrieben. Das beste Werkzeug für den Erhalt von Gesundheit und Arbeitskraft der Mitarbeiter ist ein systematisches betriebliches Gesundheitsmanagement", forderte Bernhard und rief die Unternehmen zur Einführung auf.

Etwa 22 Milliarden Euro werden für Behandlung und Folgen psychischer Störungen in Deutschland jährlich ausgegeben. Psychopharmaka stehen bereits ganz oben auf den Verordnungslisten. Krankenhauseinweisungen wegen psychischer Störungen haben um 10 Prozent zugenommen, die Krankschreibungen sind entgegen dem Trend insgesamt sinkender Arbeitsunfähigkeit gestiegen. Bereits bei einem Drittel der Frühverrentungen sind psychischen Störungen ursächlich. Depressionen sind häufig die Ursache für Suizide. 2005 haben sich in Bayern 1.724 Menschen das Leben genommen. Das sind doppelt so viele wie im Straßenverkehr ums Leben kamen. Studien zeigen, dass im Verlauf eines Jahres fast jeder dritte Erwachsene an mindestens einer psychischen Erkrankung leidet. Der Anteil der psychisch auffälligen Kinder und Jugendlichen wird auf acht bis fünfzehn Prozent geschätzt. Weitere Details unter lgl.bayern.de.

Symptome einer Depression sind: Neben der traurigen Grundstimmung leiden depressive Menschen in der Regel an mangelndem Antrieb und wenig Energie, sind oft nicht in der Lage, kleinste Entscheidungen zu treffen, haben die Fähigkeit verloren, Freude zu empfinden, haben Konzentrationsstörungen, Schuld- und Minderwertigkeitsgefühle oder Angst. Hinzu kommen in den meisten Fällen körperliche Missempfindungen wie Schlafstörungen oder Appetitmangel. Weitere Informationen unter kompetenznetz-depression.destmugv.bayern.de abrufbar. Zusätzlich besteht die Möglichkeit der Zertifizierung.

Der Gesundheitsmonitor wird erstellt vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Er stellt schlaglichtartig aktuelle Daten zur gesundheitlichen Situation der Menschen vor. Außerdem informiert er über Projekte der Prävention und Gesundheitsförderung in Bayern.

Doppelt so viele Selbstmorde wie Tote im Straßenverkehr - das ist schon krass!

Quelle des bearbeiteten und kommentierten Textes: Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz - www.stmugv.bayern
Bild: sankt-nikolaus-hospital.de


Permalink: Psychische Störungen: starke Zunahme, Früherkennung wichtig

Tags: Psyche  Seelische+Stoerungen  psychische+Störungen  Depressionen  Suizidrate 

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