Schadet Nanotechnik der Gesundheit?

Wussten Sie das, dass wir schon vielfach Produkte aus Nanopartikeln benutzen? Jenen Teilchen in der Größenordnung von einem Milliardstel Metern? Ich war jedenfalls verblüfft, als ich das der hier zitierten Meldung entnahm.
"Ob in Reinigungssprays oder in der Sonnenmilch: Produkte, deren besondere Eigenschaften auf Nanopartikel zurückgehen, haben unseren Alltag erobert", heißt es darin. Unglaublich, dass man jetzt erst erforschen will, ob uns das schaden kann!!
Mit der biologischen Wirkung von Nanopartikeln befasst sich nämlich ein neues Schwerpunktprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft, das von der Universität duisburg-Essen koordiniert wird.
In dem bundesweiten Forschungsverbund werden die grundlegenden Wechselwirkungen von Nanopartikeln mit biologischen Molekülen und Systemen sowie mit Zellen interdisziplinär erforscht. Mit rund 10 Millionen Euro finanziert die DFG das Programm über einen Zeitraum von sechs Jahren. Der wissenschaftliche Koordinator des Schwerpunktprogramms ist Prof. Dr. Dr. h.c. Professor Dr. Reinhard Zellner, der das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie leitet und Vorstandsvorsitzender des Zentrums für Mikroskalige Umweltsysteme (ZMU) an der UDE ist.
Nanopartikel kommen immer häufiger in Materialien mit innovativen chemischen und physikalischen Eigenschaften vor und lassen ein riesiges Anwendungspotenzial erwarten. Weil Nanopartikel von vergleichbarer Größe wie typische Biomoleküle sind, können sie in Zellen und Zellkerne eindringen und deren Funktionalität negativ beeinflussen. Deshalb zielt das neue Verbundforschungsprojekt an der Universität Duisburg-Essen darauf ab, die biologische Verträglichkeit der neuen Technologie zu überprüfen.
Klar ausgedrückt: Die winzigen Teilchen könnten uns schwer schädigen, weil sie überall ungehindert eindringen können. Und keiner weiß es bis jetzt! Wir haben wieder einmal Produkte entwickelt, deren Folgen völlig unabsehbar sind – das kann man durchaus mit dem Contergan-Skandal vergleichen!
Von der Nanotechnik haben wir in diesem Blog schon mehrfach berichtet, z.B. hier.
Weitere Infos: Mehrwandiger MoS2-Nano-Oktaeder, A. Enyashin, TU Dresden, idw-online.de
Bild: Mehrwandiger MoS2-Nano-Oktaeder, A. Enyashin, TU Dresden, s. fzd.de (mit freundlicher Genehmigung auf Anfrage – danke sehr!)