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Schmerztherapie: Painkiller der Zukunft, Opiorphin aus dem Speichel
abgelegt im Archiv Medizin-News , Schmerztherapie von muecke am 13.02.07
Schmerztherapie: Painkiller der Zukunft, Opiorphin aus dem Speichel
DocCheck widmet eine ganze Sonderausgabe der Schmerztherapie. Warum? Weil dieser Bereich noch immer zu stiefmütterlich behandelt wird. Dabei ist die Forschung auf dem Vormarsch, die Painkiller der Zukunft zu entwickeln.

"Die Geschichte der Schmerztherapie in Deutschland ist neben der Pioniertätigkeit Einzelner leider auch die Geschichte von beispielloser Ignoranz und Hartherzigkeit" - so lautet das harte Urteil eines der führenden deutschen Schmerzexperten, Dr. dietrich Jungck, und auch viele Kollegen halten die Versorgungslage für "miserabel".

Von den Artikeln der Sonderausgabe greife ich den Abschnitt über Painkiller der Zukunft heraus.

Das herausragende Beispiel ist der Wirkstoff Opiorphin, den man erst kürzlich im Speichel entdeckt hat (Veröffentlichung erst Herbst 2006 in den "Proceedings of the National Academy of Sciences") - ich hatte in diesem Blog bereits darüber berichtet.
Dieser natürliche Painkiller Opiorphin soll etwa sechsmal stärker wirken als Morphium - mit dem ganz wichtigen Unterschied, dass er nicht süchtig macht.
Schon ein Milligramm pro Kilogramm genügt - in Tierversuchen.
Da es sich um ein eher schlichtes Molekül handelt, wird es sich leicht künstlich herstellen lassen.
Opiorphin ist nur ein Beispiel dafür, dass die Möglichkeiten der Schmerztherapie ständig wachsen. "Wir sind heute in der Lage, in der Mehrzahl aller Fälle Schmerz-Patienten nachhaltig zu helfen, indem sie eine individuell abgestimmte, multidisziplinäre Schmerztherapie erhalten", sagt dazu Hans Georg Kress von der Abteilung für Anaesthesiologie und Intensivmedizin mit Schmerzzentrum an der Medizinischen Universität/AKH Wien.

Ein anderer Painkiller der Zukunft ist künstlich hergestelltes Ziconotid auf der Basis von Conotoxinen, dem Gift der Kegelschnecke Conus magnus. Die Substanz dient zur Behandlung stärkster Schmerzen, sie eignet sich für Patienten, "bei denen auch die rückenmarksnahe Gabe von Morphin nicht ausreichend wirkt oder die unter zu starken Nebenwirkungen durch eine Therapie mit starken Opioiden leiden."

Innovativ geht man in der Forschung aber auch an die Applikationsformen heran - die Darreichungsform, die Art der Medikamentengabe. So wurde für ein bestimmtes Schmerzmittel eine Art Lutscher entwickelt.

Lesen Sie weitere Einzelheiten bei docCheck (Autor dort: Vlad Georgescu).

Das Bild zeigt einen Speicheltest und stammt von Dr. Scopps Seite.

Einige weitere Artikel bei docCheck:
Das Leid mit dem Schmerz (von diesem stammt das erste Zitat oben);
Psyche, Simulant oder was?.


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Tags: Opiorphin  Painkiller  Schmerztherapie  Schmerzmittel  Morphium  Schmerz 
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