Schock-Kongress an der Uni Witten-Herdecke
abgelegt im Archiv Erste Hilfe , Medizin-News am 30.05.08

Wussten Sie das alles? Ich nicht:
"Schock ist keine Krankheit im klassischen Sinn, sondern ein Syndrom, ein schwerer Kreislaufzusammenbruch, der, wenn er nicht rechtzeitig behandelt wird, zum Tod führt. Als Todesursache aber taucht er nicht auf. Statt 'Kardiogener Schock' heißt es 'Tod durch Herzversagen'.
Fünf Millionen Menschen sterben pro Jahr durch Unfälle, hinzu kommen Todesfälle durch Gewaltverbrechen und Stürze. In der Akutphase der Verletzung kommt es vielfach zu Blutungen und Gerinnungsstörungen und einem anschließenden Versagen der Organe noch auf der Intensivstation. Der Kreislauf bricht zusammen - man spricht von einem Traumatischen Schock.
Die Ursachen für den lebensbedrohenden Zustand sind komplex. Ihnen gilt die weltweite, intensive Forschung. Die modernen Methoden der Zell- und Molekularbiologie können weitere Bausteine zum Verständnis der Abläufe liefern. Gebraucht wird aber zunehmend ein Verständnis davon, wie die verschiedenen Puzzleteile zusammengehören. Hier ist eine neue Disziplin entstanden, die 'Systems Biology', zu der Prof. Prof. Dr. Edmund A. M. Neugebauer von der Universität Witten/Herdecke vor einigen Jahren die 'Society for Complexity in Acute Illness (SCAI)' gegründet hat.
'In der Synthese liegt das Zukunftsfeld der Forschung. Hier stehen wir noch ganz am Anfang', meint Neugebauer. An der Universität Witten/Herdecke gibt es in Kooperation mit der Universität Köln zum 'Mathematical Modeling' eine integrierte Arbeitsgruppe mit dem Namen Math-Med. Die Forschung im Bereich Trauma/Sepsis ist ein translationaler Forschungsschwerpunkt der Fakultät für Medizin der Universität Witten/Herdecke, der hauptsächlich auf dem Campus Köln-Merheim angesiedelt ist.
Die Translationale Forschung ist ein disziplinübergreifender Ansatz. Sie geht aus vom aktuellen Problem des Patienten: Im Labor bzw. im Tierversuch werden die Mechanismen des Problems erforscht und entsprechende Therapieformen entwickelt, die anschließend mit den Methoden der Klinischen Forschung überprüft werden (from the bedside to the bench and back). Translational geht es beim Kongress um Themen der Notfall- und Intensivmedizin, der Schwerstverletztenversorgung, des Monitorings und der Verhinderung des Organversagens und der Sepsis.
Was der Anlass ist, dies alles auszubreiten?
Die Universität Witten/Herdecke richtet vom 28. Juni bis 2. Juli 2008 am Campus Köln den sechsten Congress der International Federation of Shock Societies (IFSS) aus, der zum ersten Mal nach Deutschland vergeben wurde. Gleichzeitig führt die amerikanische Schock-Gesellschaft ihren 31. Jahreskongress durch, der nie vorher außerhalb der USA stattfand. Intensivmedizin, wirksame Schwerverletztenversorgung und Sepsis-Prävention finden aufgrund der Naturkatastrophen in Birma und China derzeit weltweit große Beachtung.
Lesen Sie den vollständigen Text bei idw.
Das eher symbolisch gemeinte Bild stammt von clarissa Schwarz bei pixelio.de

Permalink: Schock-Kongress an der Uni Witten-Herdecke
Tags: Trauma Sepsis Schock Kongress WittenHerdecke
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