Selbstmedikation: Arzneimittel ohne Rezept aus dem Internet riskant

Selbstmedikation kann gefährlich werden. Medizin aus dem Internet zu beziehen, ohne Rezept, ohne ärztlichen Rat, nach eigener Entscheidung, das kann "ins Auge gehen". Manchmal sogar wörtlich.
Philip Severn und Scott Fraser von der Augenklinik in Sunderland haben im britischen Fachblatt "The Lancet" über den abschreckenden Fall berichtet: Eine 64-jährige Britin war innerhalb eines halben Jahres fast erblindet. Wie sich herausstellte, hatte die Frau seit vier Jahren täglich zwischen 10 und 40 Milligramm eines Kortisonpräparats eingenommen, das sie über eine Internet-Firma mit Sitz in Taiwan bekommen hatte. Den Wirkstoff Prednisolon hatte sie sich selbst "verschrieben". Er sollte ihr angebliches chronisches Müdigkeitssyndrom lindern, das sie selbst ohne Arzt diagnostiziert hatte.
Das oft gegen Rheuma verschriebene entzündungshemmende Präparat hat als Langzeit-Nebenwirkung die Gefahr der Netzhauttrübung, die zu Glaukom und Grauem Star führen kann. Die Folgen waren also zu erwarten. Die Patientin ist inzwischen operiert, muss aber lebenslang Medikamente gegen zu hohen Augendruck einnehmen.
Ein Kommentator bei focus-msn weist zu recht darauf hin, dass man diese Meldung nicht mit "Doc Morris" in Zusammenhang bringen darf – denn dort bekommt man ein Medikament nur nach Vorlage eines Rezeptes.
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Bildquelle: http://zuendstoff-antibiotika-resistenz.de/seite11.html