Selen wichtig für Immunsystem und Schilddrüse

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- oder auch: Forscher an der Charité, Berlin, entdecken Gendefekt zu SelenmangelOft sind es Mangel und Defekt, die die Wissenschaft auf die Spur bringen. So auch beim Spurenelement Selen.
Dass Selen eine hohe Bedeutung für die Abwehrkräfte (Immunsystem) und die Tätigkeit der Schilddrüse hat, ist schon länger bekannt und kann bei wikipedia nachgelesen werden.

Jetzt ist man der genetischen Steuerung (dem Zusammenhang mit den Erbanlagen) ein Stückchen weiter auf der Spur. Die Mediziner des Instituts für Experimentelle Endokrinologie an der Berliner Charité haben Kinder mit einer seltenen Schilddrüsenhormonstörung genauer untersucht. Sie entdeckten, dass alle Kinder einen Defekt im sogenannten SBP2-Gen ("Selenozysteininsertions-Sequenz-Bindungsprotein") aufweisen; es liegt also eine Gen-Mutation, eine Erbabweichung vor. Diese bewirkt einen starken Selenmangel im Blut, denn das Selenoprotein P kann nicht ausreichend gebildet werden kann; Selenoprotein P (ein Eiweißstoff) ist ein zentrales Protein für den Selentransport.

Ob man einen solchen Defekt durch erhöhte Selengaben ausgleichen kann, muss noch untersucht werden. Sicher aber ist: "Mediziner sollten künftig bei Fehlfunktionen der Schilddrüse unbedingt auch die Selenversorgung bedenken und gegebenenfalls mit einem Bluttest prüfen, ob die Patienten ausreichend mit diesem essentiellen Spurenelement versorgt sind" (Dr. Schomburg, einer der Forscher).

Menschen ohne einen derartigen Gendefekt können meist genügend Selen über eine ausgewogene Ernährung aufnehmen – Selen findet sich vor allem in Fleisch, Meeresfisch, Milchprodukten und Steinfrüchten. Teilweise ist eine zusätzliche Dosis als Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll (s. beispielsweise hier).

Quelle: "Nature Genetics", zusammengefasst beim "Informationsdienst Wissenschaft".
Bildquelle: www.diagnoseklinik-muenchen.de


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