Tag gegen Lärm am 25. April 2007
abgelegt im Archiv Prävention, Gesundheitsvorsorge , Umwelt und Hygiene am 18.04.07
Ob die anderen deutschsprachigen Länder auch so viel tun zum Tag gegen Lärm, kann ich nicht beurteilen - die Schweiz soll hier das Beispiel sein.
Am «Tag gegen Lärm 2007» stehen die Gesundheitsaspekte von Lärm im Zentrum. Wer ständig unter Lärm leidet, wird mit der Zeit krank, denn der Körper steht unter Dauerstress. Lärm wirkt nicht nur auf das Ohr, sondern er beeinflusst den gesamten Organismus. Dabei kann es zu vorübergehenden Beschwerden oder auch zu dauerhaften Erkrankungen kommen.
Die Schweiz nimmt dieses Jahr zum dritten Mal am «Internationalen Tag gegen Lärm» teil. Trägerschaft sind der Cercle Bruit, die Schweizerische Gesellschaft für Akustik, die Schweizerische Liga gegen den Lärm und die Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz. Der «Tag gegen Lärm» wird unterstützt vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) und vom Bundesamt für Gesundheit (BAG).
Lärm stört, stresst, schadet
Der diesjährige «Tag gegen Lärm» vom 25. April widmet sich in der Schweiz den gesundheitlichen Auswirkungen von Lärm. Unser Gehör ist als hochsensibles Organ an die Geräuschekulisse einer längst vergangenen Naturlandschaft angepasst. Laute und ungewohnte Geräusche waren ursprünglich ein Signal für Gefahr, auf die der menschliche Körper mit einer erhöhten Alarmbereitschaft zu Flucht oder Kampf reagierte. Die Geräuschkulisse hat sich zwischenzeitlich dramatisch verändert: Eine Unmenge von verschiedensten Geräuschen überflutet uns ständig. Auf laute und störende Geräusche reagiert unser Körper aber immer noch gleich wie zu Urzeiten und die ausgelösten Stressreaktionen beeinträchtigen das Wohlbefinden und die Gesundheit.
Unser Körper steht unter Dauerstress
Die permanente Auslösung von Alarm- und Stressreaktionen kann zu gesundheitlichen Schäden führen:
Bluthochdruck, Herzinfarkt oder Schlafstörungen, aber auch Konzentrationsschwächen und Stimmungsveränderungen wie Depression oder aggression können durch Lärm ausgelöst werden. Eine Gewöhnung des Körpers an Lärm gibt es nicht. Lauter Schall, wie beispielsweise laute Musik, kann aber auch direkt das Gehör schädigen. Weder Operation noch Medikamente können da Abhilfe schaffen, ein bleibender Hörschaden ist die Folge.
Lärmflucht
Es verwundert nicht, wenn Lärmgeplagte versuchen dem Krach zu entkommen. Doch die Flucht hat eine Kehrseite: Der Umzug in ruhige Vororte führt zu mehr Arbeitsverkehr und damit zu mehr Lärm. Das gleiche geschieht in der Freizeit, wenn wir mit dem Auto ins Grüne fahren: 50 Prozent des motorisierten Verkehrs fallen auf den Freizeitverkehr.
Was kann jeder einzelne tun?
Die Lärmproblematik verlangt nach Lösungen auf politischer Ebene. Gefragt ist aber auch die individuelle Verantwortung, möglichst wenig Lärm zu verursachen. Das beginnt im eigenen Wohnumfeld, wo es auf die Nachbarschaft Rücksicht zu nehmen gilt, geht über die Wahl des Verkehrsmittels und den Fahrstil bis zum Einsatz von Gartengeräten.
Links:
• Die offizielle Seite zum «Tag gegen Lärm»: tag-gegen-laerm.ch (von dort das Bild)
• Fokus des BAFU zum «Tag gegen Lärm 2007»: umwelt-schweiz.ch/laerm
• Weltgesundheitsorganisation, Regionalbüro für Europa: euro.who.int
(Quelle: pressrelations.de)
Vom Lärm am Arbeitsplatz war in diesem Blog schon die Rede.

Permalink: Tag gegen Lärm am 25. April 2007
Tags: Lärm Lärmschutz Gehörschutz Hörprobleme
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Kommentar von:
Katharina
(20.04.07 17:54 Uhr)
Das Thema des Stress verursachenden (Dauer-) Lärm wird meiner Meinung nach in Deutschland noch viel zu wenig thematisiert. Obwohl viele davon betroffen sind, haben sie sich an die ständige Geräuschkulisse zwangsweise gewöhnt oder besser .. damit abgefunden.
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