Tinnitus, Ohrgeräusche teils durch Fehlbiss: Schiene korrigiert

Sicher werden Sie da auch verwundert sein: Ursache für Ohrgeräusche kann eine Fehlstellung des Kiefergelenks sein.
Es rauscht und piepst im Ohr. Doch bis auf seltene Ausnahmen hört nur der Betroffene selbst die quälenden Geräusche: Phantomgeräusche eben.
Die Ursachen für einen so genannten subjektiven Tinnitus sind vielfältig und reichen von Mittelohrerkrankungen über Hörsturz und Lärmtraumata bis hin zu Stress – und fehlbiss.
Mittelohr und Kiefergelenk liegen ganz eng beieinander und sind nur durch eine dünne Knochenlamelle getrennt.
Ist der Unterkiefer nicht mehr genügend stabilisiert und verlagert sich der Kiefergelenkkopf jedes Mal beim Mundschließen weit nach hinten Richtung Mittelohr, dann kann es passieren, dass ein enormer Druck auf dazwischen liegende Nerven ausgeübt wird. Schläfenkopfschmerz oder Tinnitus können die Folge sein.
Die Klinik für Zahnärztliche Prothetik des Universitätsklinikums Bonn (Professor Dr. Bernd Koeck) hat ein Gegenmittel gefunden. Mit einer hauchdünnen Schiene aus glasklarem Kunststoff werden die Gelenkköpfe wieder in ihre ursprüngliche Position zurückgebracht. Der Patient muss mindestens vier Wochen Tag und Nacht diese so genannte Pivotschiene im Oberkiefer tragen, die zum Ausgleich des Fehlbisses hinten leicht erhöht ist. Beim Schließen des Mundes dreht sich nun der Unterkiefer um diesen künstlichen Aufbiss und zieht das Kiefergelenk nach unten.
Die individuell angepasste Schiene wird regelmäßig neu justiert und abgeschliffen, bis der ideale Biss stabilisiert ist. "Bei einem rechtzeitigen Eingreifen eines erfahrenen Zahnarztes besteht eine große Chance auf Heilung", sagt Professor Koeck. "Das erspart dem Patienten möglicherweise eine lange Odyssee."
Quelle: idw
Bild: www.ddrpuempel.at