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Vogelgrippe: Bitte nicht hysterisch werden!

abgelegt im Archiv Gesundheitsreform, Gesundheitspolitik , Medizin-News , Reisen und Gesundheit , Seelische Gesundheit, Psyche , Verbraucherschutz am 06.09.05

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Heute stehe ich in einem persönlichen Dilemma: Über das, womit ich mich in letzter Zeit in RL (im nicht-virtuellen, realen Leben - doch, das gibt es auch, nicht vergessen!) beschäftigt habe, kann ich hier nicht berichten, obwohl ich das gerne täte, weil es auch einen allgemeingültigen Charakter hat. Ich bin nicht selber der Betroffene, zum Glück, aber es hatte mich jemand um Hilfe gebeten.
Wie gesagt, ich kann das hier nicht ausbreiten, allein schon aus Personenschutzgründen ... (Pardon, es hat die Zahl meiner Artikel vorübergehend etwas verringert ...)
Aber die allgemeinen Aspekte kann ich hier nennen: Wer ist gesund? Wann ist man gesund? Ab wann muss es "Krankheit" genannt werden? Und vor allem: wer entscheidet das? Kann es eine Entscheidung gegen Willen und Sicht des Betroffenen geben? Bei einem "Blinddarm" (Wurmfortsatz), der heftige Schmerzen verursacht, im körperlichen Bereich also ist das noch ziemlich einfach. Bei einer Schmerzsymptomatik, für die aus Sicht des Schulmediziners kein organischer Befund vorliegt, ist das schon viel schwieriger - immerhin ist man heute bereit, das als "psychosomatisch" (irgendwo zwischen körperlich und seelisch) einzustufen. Auf der rein psychischen Ebene ist das, denke ich, am schwierigsten. Wer ist gesund? Verschärft stellt sich die Frage, wenn es sich um eine künstlerische Persönlichkeit handelt: Gibt es überhaupt einen "gesunden" Künstler?

"Wikipedia" zitiert zum Stichwort Gesundheit die WHO-Definition, die immerhin seelische und soziale Anteile einbezieht - der anschließende Artikel ist das Lesen wirklich wert, weil er auch viele Denkanstöße gibt.

Was das alles mit dem Thema Vogelgrippe zu tun hat? Ich bekam eine Meldung auf den Schirm: Forscher warnt vor Vogelgrippe-Hysterie (Die Welt.de). Und "Hysterie" ist auch so eine menschliche Erscheinung, bei der manchmal die Grenze zwischen normal und pathologisch (gesund und krank) schwer einzuschätzen ist. Ein Virologe des Hamburger Tropeninstituts - Prof. Herbert Schmitz - hat vor Panikmache gewarnt.

Genau das geschieht aber, so muss es scheinen, seit Wochen durch das Trommelfeuer der Massenmedien: Panikmache. Die Wirkung der Medien - pardon, noch ein Vergleichsbeispiel - zeigt sich immer wieder bei den Naturspaziergängen, die ich ein- bis zweimal wöchentlich für andere Menschen und mit ihnen mache: Sie lassen sich nicht motivieren, Wildkräuter unterwegs zu pflücken und zu Hause (gut gewaschen) zu einem Salat zu verarbeiten. Oder gar Brombeeren frisch vom Strauch zu essen! Immer kommt das Stichwort "Fuchsbandwurm". Wie groß mag die Wahrscheinlichkeit sein? Größer als die, an der ampel von einem Auto überfahren zu werden? Ich glaube das nicht - auch hier grenzt die überstarke Angst an Hysterie, von Medien kräftig geschürt. Was glauben Sie, wie viele Füchse im Wald mit ihrem Kot Brombeeren oben am Strauch verschmutzen, sodass wir dann den Fuchsbandwurm mit aufnehmen? Hysterie, oder?

Zurück zur Vogelgrippe - eine von einem Virus hervorgerufene Erkrankung bei Geflügel mit grippeähnlichen Symptomen, die angeblich demnächst von Asien nach Europa übergreifen wird. Es könne dann zu einer "Pandemie" kommen (länderübergreifende bis weltweite Epidemie). Ist man darauf eingerichtet? Gibt es genug Medikamente? - so wird seit vielen Wochen gefragt.

Zu Recht sagt Prof. Schmitz: bloß keine Panik! Es gibt sehr wirksame virenhemmende Medikamente, die man dann rasch einsetzen kann. Und jetzt gibt es auch ein verlässliches Diagnoseverfahren. Das ist schon vielfach an Patienten getestet, die aus Asien mit einer Grippe zurückkamen: Nie bestätigte sich bisher der Verdacht auf Vogelgrippe.
Einen Impfstoff kann man erst dann entwickeln, wenn man weiß, in welcher Mutation (unerwartet aufgetretenen Erbabweichung) das Virus zu uns nach Europa kommt. Und eine Ansteckung wäre in jedem Fall nicht so einfach: nur bei intensivstem Kontakt mit Kot oder Blut eines infizierten Tieres (wie es bei Massen-Geflügelzüchtern vorkommen mag) ...

Eine Art Dossier zu dem Thema Vogelgrippe hat längst die "Ärztezeitung" zusammengestellt.

Bildquelle: www.oeaz.at/.../2004/23/info/nfo23_2004viro.html
Text: Helge Mücke



Permalink: Vogelgrippe: Bitte nicht hysterisch werden!

Tags: Grippe  Vogelgrippe  nicht  vogelgrippe  gesundheit  nicht+hysterisch  bitte+nicht  vogelgrippe+bitte 

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