Vogelgrippe nicht von Mensch zu Mensch: warum, ist erforscht

Vogelgrippe nicht von Mensch zu Mensch: warum, ist erforscht

Zwei Forscherteams – das eine in Rotterdam, das andere in Tokio – haben es unabhängig voneinander herausgefunden: warum das Vogelgrippevirus H5N1 nicht von Mensch zu Mensch übertragen wird. Im Gegensatz zu anderen Grippeviren dockt es nicht an den oberen Atemwegen an, sondern an tiefer liegenden Lungenzellen. Aus der Tiefe aber können die Erreger nicht durch Husten oder Niesen übertragen werden.
Den eigentlichen Grund kann man am besten verstehen, wenn man sich veranschaulicht, dass die Infektionen nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip funktionieren: Nur da, wo sich das passende "Schloss" befindet, kann ein Virus mit einem bestimmten "Schlüssel" andocken.
In den oberen Atemwegen – Nasenschleimhaut, Rachen, Luftröhre, Bronchien – gibt es beim Menschen nur eine Sorte "Schloss", das sog. alpha-2,6. Dazu hat nur das Menschengrippevirus den passenden "Schlüssel" (eine bestimmte Variante des Eiweißes Hämagglutinin). An tieferen Stellen dagegen (Lungenbläschen, letzte Ausläufer der Bronchien) gibt es zusätzlich auch alpha-2,3 – und dazu hat das Vogelgrippevirus den passenden "Schlüssel" (eine andere Variante des Hämagglutinins). Einzelheiten können Sie bei wissenschaft.de nachlesen.

Jetzt könnte es allerdings sein, dass das Vogelgrippevirus durch eine Mutation, eine sprunghafte Änderung des Erbguts seinen "Schlüssel" bald entsprechend verändert – aber andere Forschungen haben erst kürzlich nachgewiesen, dass das zum Glück nicht so rasch geht, auf diesem Blog war bereits davon die Rede.

Bildquelle: http://kleinsthof.de/Huehner/


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