Vogelgrippe wieder da: Nürnberg – Gefahr groß?

Vogelgrippe wieder da: Nürnberg - Gefahr groß?

Nun ist sie wieder da, die Vogelgrippe und gewittert durch die Medien – zu hysterischen Reaktionen gibt es aber keinen Anlass.

In Nürnberg sind seit Monaten die ersten Fälle der ansteckung durch das H5N1-Virus aufgetreten. Acht Wildvögel sind an der Infektion mit dem Erreger H5N1 gestorben. Die toten Vögel waren in Seen im Stadtgebiet entdeckt worden. Das Friedrich-Löffler-Institut auf der Insel Riems hat inzwischen untersucht, ob es sich um eine auch für Menschen gefährliche hochansteckende Variante des H5N1-Virus handelt: das ist glücklicherweise nicht der Fall. Zwei weitere Vogelkadaver, die in Nürnberg auf Vogelgrippe hin untersucht wurden, hatten das Virus nicht.

Um die Fundorte der toten Wasservögel wurden Sperrbezirke mit einem Radius von vier Kilometern errichtet. Vögel dürfen hier nicht transportiert werden. Außerdem müssen bestimmte Hygienemaßnahmen ergriffen werden, um ein Ausbreiten der Seuche zu verhindern. An den Fundorten wird mit Warnschildern auf die Vogelgrippe-Gefahr hingewiesen. Ganz Nürnberg wurde zum Beobachtungsgebiet erklärt.

Die Übertragung von Influenza(Grippe-)viren erfolgt vorwiegend aerogen – durch Tröpfchen in der Atemluft. In der Regel geht die Ansteckung vom Geflügel zum Menschen. 2004 wurde in Thailand der erste Fall der Übertragung von Mensch zu Mensch geschildert.
Seit Ende 2003 breitete sich eine Vogelgrippe-Epidemie des Subtyps H5N1 in Asien aus, die zu einem Massensterben in Geflügelfarmen führte und China, Indonesien, Japan, Kambodscha, Laos, Südkorea, Thailand, Malaysia und Vietnam erfasste. Maßnahmen zur Eindämmung der Geflügelepidemie, z. B. die Massenschlachtungen von Geflügel, zeigten bisher nur einen begrenzten Erfolg.

Die H5N1 Geflügelepidemie führte von Januar bis März 2004 in Vietnam und Thailand zu einzelnen, bestätigten Erkrankungen beim Menschen. Die Erkrankung verläuft ähnlich wie eine schwere Grippe mit Fieber, Kopf- und Halsschmerzen, Gliederbeschwerden und Lungenentzündung.. Fast alle Infizierten hatten Kontakt zu erkrankten Tieren. Nach kurzer Pause traten seit Anfang August 2004 in einzelnen Provinzen Vietnams – im Mekongdelta im Süden und im Delta des Roten Flusses im Norden – wieder einzelne, bestätigte Erkrankungen an Vogelgrippe Subtyp H5N1 beim Menschen mit Todesfolge auf. Mitte September 2004 kam es in Nordthailand ebenfalls zu Einzelerkrankungen beim Menschen.

Inzwischen wurde geklärt, dass in diesem Jahr die Vogelgrippe mit hoher Wahrscheinlichkeit über den Geflügelhandel mit Tschechien nach Deutschland eingeschleppt worden ist. "Das in Nürnberg isolierte Virus ist zu mehr als 99 Prozent identisch mit dem in Tschechien aufgetretenen Virus", sagte Agrarstaatssekretär Gert Lindemann am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin. Es seien Handelsbeziehungen zwischen einem Betrieb in der Nähe des Ausbruchsorts in Tschechien zu einem Betrieb 50 Kilometer von Nürnberg festgestellt worden.

Die Bundesregierung ließ die Risikoeinschätzung aber unverändert. Erstmals in diesem Jahr tagte der Nationale Krisenstab von Bund und Ländern. In Tschechien brach die Vogelgrippe in einer zweiten Geflügelfarm aus. "Wir untersuchen sämtliche Handelswege zwischen Franken und Tschechien", sagte Staatssekretär Lindemann. Dies sei wichtig, um Nutzgeflügel zu schützen. Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) gibt Entwarnung, ruft aber zur Wachsamkeit auf. Es handle sich bisher nur um lokale Ereignisse.
In Tschechien wurde in dem zweiten Geflügelzuchtbetrieb mit fast 28 000 Hühnern bei 60 Tieren das Virus H5N1 festgestellt, wie die Behörde für Veterinärmedizin berichtete. Der Betrieb im Ort Norin liegt rund vier Kilometer von einer Truthahnfarm entfernt, wo das Virus am vergangenen Donnerstag ebenfalls nachgewiesen worden war. Die Behörden berichteten zudem von einem toten Schwan, der im Südwesten des Landes an Vogelgrippe verendet sei. Ob Viren vom Typ H5N1 die Ursache waren, war unklar. Der neu betroffene Hühnerbestand wurde von der Polizei abgesperrt und soll getötet werden.

Quellen: medicalpicture.de (über openPR, Bild von dort) und Kölnische Rundschau (dpa)


3 Responses to “Vogelgrippe wieder da: Nürnberg – Gefahr groß?”

  1. herbert Says:

    Nach dem Hype im letzten Jahr, der zumindest auf Rügen zu erheblichen Reiserückgängen geführt hat, reagieren diesmal die Medien und auch die Politiker angemessener.

  2. Gesundheit Says:

    Sorry das nenne ich keinen Hype. Die Vogelgrippe kann zu einer sehr ernsten Viruserkrankung führen die auch noch hochgradig ansteckend ist.

  3. Dipl.-Ing. Wilfried Soddemann Says:

    Das lebensgefährliche H5N1 Vogelgrippe-Virus wird auch in Deutschland auf die Menschen via Trinkwasser übertragen werden, wie bei den Vögeln. Jüngste Forschungsergebnisse müssen beunruhigen: Bisher musste das Virus die Bronchien und die Lunge der Menschen erreichen, um anzustecken. Jetzt infiziert es auch die oberen Atemwege (Schleimhäute des Rachens beim Trinken, Schleimhäute der Nase und vmtl. auch die Bindehaut der Augen z.B. beim Duschen). In einem Fall waren nur Magen und Darm durch das H5N1-Virus befallen, nicht jedoch die Bronchien und die Lunge. Das Virus muss also oral aufgenommen worden sein, z.B. beim Trinken von kontaminiertem Wasser.

    Die Vireneliminationsleistung der Trinkwasseraufbereitung in Deutschland erfüllt regelmäßig nicht die Anforderungen der WHO und der USA. Die Flockung und Filtration von Oberflächenwasser erreicht eine Virenelimination von maximal 99,5%, die WHO fordert 99,9999% bis 99,999999%. Die Belüftung und Schnellfiltration von Grundwasser zur Enteisenung und Entmanganung bringt keine Virenelimination. Die USA verlangen 99,99%. Herkömmliche Desinfektionsverfahren wie Chlor bringen wenig, weil Viruspartikel chlortolerant sind und im Rohwasser nicht einzeln, sondern verklumpt vorkommen und deshalb vom Chlor nicht erreicht werden können.

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