Weltfrauentag: Beispiel Stella Deetjen – Einsatz für Leprakranke

Vor einem Jahr hatten wir den Weltfrauentag am 8. Mai zum Anlass genommen, um für alle ungehinderten Zugang zu Mikrobiziden zu fordern – vor allem als Schutz vor HIV-Infektionen. Bitte hier nachlesen!
Dieses Mal möchte ich das Beispiel einer einzelnen Frau herausgreifen: Stella Deetjen – der Stern von benares – setzt sich seit Jahren für Leprakranke ein.
Auf sie aufmerksam wurde ich durch eine kleine Meldung bei ots.at vom 7. März, die besagt, dass Stella Deetjen anlässlich des Weltfrauentages in Ã-sterreich in den Zigarrenklub eingeladen wurde – lesen Sie selber:
"Stella Deetjen, 'Engel von Benares', zu Gast im Klub der Frauen
Wien (OTS) – Wir freuen uns, 'den Engel von Benares', Stella Deetjen, anlässlich des Internationalen Frauentages im Zigarrenklub begrüßen zu dürfen. Die 37-jährige Deutsche wurde von Michael Gorbatschow für ihren aufopfernden Einsatz für Leprakranke in Indien mit dem 'Women´s World Award of Hope' ausgezeichnet.
Donnerstag, 8. März, 18.00 Uhr Zigarrenklub, Neulinggasse 37, 1030 Wien
Anmeldungen an: filiz.solmaz@pleon-publico.at Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen der Tageszeitung 'Ã-sterreich' und dem "Klub für Frauen".
Die VertreterInnen der Medien sind herzlich eingeladen.
Rückfragehinweis:
Klub für Frauen, Gabriele Spiegelfeld-Quester, gabi@spiegelfeld.eu"
Über Stella Deetjen informiert besonders gut diese Seite mit einigen Fotos: billavilla.de – offensichtlich aus der FAZ entnommen, die als Quelle angegeben ist. Einen anschaulichen Abschnitt daraus möchte hier zitieren:
"'Hätte ich mich umdrehen sollen?'
Dann kommt der Tag, an dem die Polizei die Männer von der Straße im vergitterten Wagen zusammentreibt. Delikt: Bettelei. Sie sieht die Angst in den Augen der Gefangenen. "Hätte ich mich umdrehen sollen?" Sie dreht sich nicht um, sie springt auf und fährt mit ins Gefängnis. "Ein Aufruhr. Hunderte sind auf dem Fahrrad hinter uns her, die einen schrien ,God bless you', die anderen ,You are crazy.'" Die Inhaftierten flehen sie an, sie müsse ihren Familien auf den Dörfern sagen, daß das Bettelgeld aus Benares jetzt versiege. Zeitungen in halb Indien berichten über den Vorfall, über die verrückte, gesegnete Deutsche, die auf den Wagen mit den "Unberührbaren" gesprungen ist. "Bei den Besuchen im Gefängnis notierte ich mir die Namen der Männer", berichtet Stella Deetjen. Als die Bettler nach drei Monaten freikommen, hat sie so die Patientenliste für ihre "Straßenklinik" beisammen. "Back to life – Zurück ins Leben" nennt sie ihr Projekt. Rom, das Studium der Fotografie, Deutschland – das alles ist verblaßt. Sie bleibt in Indien, endgültig. Der Vater ist entsetzt; sie werfe ihr Leben weg für einen Tropfen auf einen heißen Stein. Die Mutter hat Angst um ihre Stella, den Stern. Aber sie versteht die Tochter und steht ihr zur Seite.
Nach den Zeitungsberichten stoßen Helfer zu ihr, Krankenschwestern, Lehrerinnen, ein Student, ein Ingenieur – aus Indien, Australien, Italien, der Schweiz. Sie sammeln Geld, von Firmen am Ort, von Touristen. Die ersten Leprakranken erhalten die Multi-Drug-Therapy (MDT), die Standardbehandlung der Weltgesundheitsorganisation. "Die Männer lebten weiter auf der Straße", berichtet sie. "Wir mußten sie von den Medikamenten überzeugen, sie täglich kontrollieren. Einer von ihnen zerstieß die Antibiotika anfangs zu Pulver und rieb sie sich direkt in die Wunden, statt sie zu schlucken." In der "Straßenklinik" können die Kranken ihre Wunden pflegen lassen, Ärzte kommen zur Visite. Die Patienten erhalten Spezialschuhe für ihre verstümmelten Füße, Sehhilfen, Prothesen, Rollstühle. Stella Deetjen begleitet sie zu wiederherstellungschirurgischen Eingriffen in Spezialkrankenhäuser außerhalb von Benares. Die Kranken fertigen Armbänder und Halsketten, die in der Stadt guten Absatz finden. Zwei Drittel des Verdiensts erhalten sie sofort, ein Drittel wird als Startkapital zurückgelegt. Zwei Jahre später sind die ersten sechzig Patienten geheilt. Zehn Männer kehren in ihre Dörfer zurück, versehen mit einer von ihnen selbst erarbeiteten Existenzgrundlage." (Ende des Zitats)
Auch die Ärztezeitung und wikipedia informieren über sie. Stella Deetjen kam als 22-Jährige nach Indien und ist inzwischen 37 Jahre alt (1970 in Friedrichsdorf im Taunus geboren).
Die Seite von back-to-life und den anderen Projekten finden Sie unter one-drop-of-hope.
Bildquelle: indische-naturprodukte.de
März 9th, 2007 at 12:27
ich hatte noch nie von stella gehoert! alle achtung!! auch hier *hilfe zur selbsthilfe*, was sich schon ueberall in der entwicklungshilfe bezahlt gemacht hat! – der letzte friedensnobelpreis ging ja auch in die richtung.
gerne gelesen! lg -ip