Weltfrauentag: Mikrobizide als Schutz vor HIV für alle!
abgelegt im Archiv Frauen und Männer , Gesundheitsreform, Gesundheitspolitik am 09.03.06

In einer Erklärung zum Weltfrauentag an diesem 8. Mai wird gefordert, Mikrobizide zum Schutz gegen HIV mit Vorrang zu entwickeln. Die 'Feminisierung' der HIV/AID-Epidemie darf nicht akzeptiert werden! Hier wörtlich die Erklärung (mit einigen Hervorhebungen von mir):
Anlässlich des Weltfrauentags fordert die International Partnership for Microbicides (Internationale Partnerschaft für Mikrobizide IPM) die Regierungen der Welt auf, ihre Bemühungen um die Entwicklung neuer Hilfsmittel zum besseren Schutz der Frauen gegen HIV zu verdoppeln. Dies kann durch die drastisch vermehrte Entwicklungsförderung von neuartigen, von Frauen steuerbaren Vorbeugungsmassnahmen wie Mikrobiziden erreicht werden. An einem Tag, der den Frauen gewidmet ist, sollten diesen unbedingt die notwendigen Mittel zur Verfügung gestellt werden, sich und ihren Familien eine gesunde Zukunft zu sichern.
Weiblich, verheiratet und arm: dies sind oft ausschlaggebende Risikofaktoren, um sich mit der Infektionskrankheit anzustecken, insbesondere in Schwarzafrika, wo Frauen 57 Prozent der von HIV/AIDS betroffenen Erwachsenen (im Alter zwischen 15 und 49 Jahren) ausmachen. Bei jungen Frauen sehen die Statistiken sogar noch schlechter aus: 75 Prozent der jungen Leute, die weltweit mit HIV infiziert sind, sind Frauen und Mädchen. Die sogenannte ABC-Methode (Abstinence, Being faithful and using Condoms = Enthaltsamkeit, Partnertreue und Kondome), die bis dato wohl bekannteste Verhütungsstrategie, hat sich bei vielen Frauen als unzulänglich erwiesen.
Die Tatsache, dass sich Frauen eher mit HIV infizieren, rührt von einer Kombination aus biologischen, sozialen und kulturellen Faktoren her. Die 'Feminisierung' der HIV/AID-Epidemie verlangt dringend nach der Erforschung neuer Präventionsmethoden, die Frauen selbst anwenden und kontrollieren können, wie beispielsweise Mikrobiziden.
Microbizide sind Substanzen, die bei aktuellem Anlass in der Scheide angewendet werden können, um die Übertragung von HIV während des Geschlechtsverkehrs zu reduzieren. Microbizide könnten in Form von Gel, Creme, Film, Zäpfchen, Schwämmchen oder Vaginalring auftreten, wobei der Wirkstoff schrittweise freigesetzt wird. Dies könnte auch indirekt die HIV-Infektion bei Männern und Kindern reduzieren und somit die weltweite Ausbreitung des Virus' beträchtlich eindämmen.
Wenn Microbizide erst einmal entwickelt sind, werden sie bei der Erreichung des 'Millennium Development Goal' eine ausschlaggebende Rolle spielen - dem Ziel dieses Jahrtausends, die unverhältnismässig starken Auswirkungen dieser Epiedemie auf Frauen in den Griff zu bekommen. Um den einzelnen zu schützen, Familien zu erhalten und die Ausbreitung der Krankheit im Zaum zu halten, müssen wir unsere Bemühungen ganz bewusst auf die Population konzentrieren, die am stärksten infektionsgefährdet sind: die Frauen in den Entwicklungsländern.
Ich fordere die politischen Führer dieser Welt dringend auf, dieses Problem mit absolutem Vorrang zu behandeln und der Entwicklung von Mikrobiziden mehr Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen.
Website: http://www.ipm-microbicides.org
Bildquelle: http://www.diemuehle.de/person.php?membid=memb.984066070 Interessante Bilder von Christine Radecke-Kluge, die mir die Wiedergabe hoffentlich verzeiht, wenn ich damit auf ihre Werke hinweise!
Tags: HIV Frauen frauen gesundheit alle mikrobizide+schutz weltfrauentag+mikrobizide medizin+news
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Kommentar von:
ipuenktchen
(09.03.07 20:20 Uhr)
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