Weniger Schmerz(empfindung) bei gefühlter Kontrolle

Na ja, bei dieser Studie stört mich wieder einmal die geringe Datenmenge: zwölf Versuchspersonen, mehr nicht! Dennoch bin ich sicher, dass etwas Wahres daran ist – alltagspraktische Erfahrungen, Beobachtungen an Mitmenschen bestätigen, dass das Schmerzempfinden doch sehr unterschiedlich sein kann …
Die Forschungsergebnisse von Katja Wiech und Kollegen an der Universität Oxford weisen darauf hin, dass das Schmerzempfinden geringer ist, wenn man glaubt, Kontrolle darüber zu haben.
Die Forscher haben jeweils den Handrücken über Elektroden kleinen schmerzhaften Elektroschocks ausgesetzt – und dabei die Hirnaktivität mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie überwacht, einem Verfahren, das den Blutfluss im Gehirn sichtbar macht.
Das Experiment hatte zwei Teile: Im ersten Abschnitt konnten die Teilnehmer selbst bestimmen, wann sie den Strom ausschalten und damit die Schmerzen stoppen. Im zweiten Teil sollte hingegen diese Kontrolle von außen kommen: Den Testpersonen wurde gesagt, ein Computer oder ein Forscher würde Intensität und Dauer der Schmerzen bestimmen.
Es zeigte sich: Dann, wenn die Versuchspersonen die Schmerzen selbst kontrollieren konnten, wurde ein Teil einer Hirnregion hinter der Stirn (präfrontaler cortex) aktiv, den man schon länger mit dem erfolgreichen Bewältigen von Angstgefühlen in Verbindung bringt. Hatten sie dagegen keine Kontrolle über die Schmerzen, war dieses Hirngebiet kaum aktiv. Dabei galt: Je schwächer die Aktivität, desto stärker empfanden die Testteilnehmer die Schmerzen. Dabei spielte sogar die grundlegende Lebenseinstellung der Testpersonen eine Rolle, entdeckten die Forscher: Bei denjenigen, die ihr Leben eher nach dem Motto 'was kommen soll, kommt' lebten, sei der Gehirnbereich auch bei den unkontrollierbaren Schmerzen aktiver als bei denjenigen, die alles in ihrem Leben kontrollierten.
Lesen Sie weitere Einzelheiten bei wissenschaft.de.
Bildquelle: hier.