Wieder sehen mit Chip oder Minikamera: Fortschritte der Augenheilkunde

Heute möchte ich an einen früheren Artikel in diesem Blog erinnern. Der Grund ist, dass ich auf meinen eigenen Ratschlag gehört habe und heute an meinem rechten Auge diese OP ausführen lassen werde. Ich bitte also um Verständnis, wenn in den nächsten Tagen hier ein paar "vorgefertigte" Artikel erscheinen – denn ich kann nicht genau absehen, wann die Bildschirmarbeit wieder sinnvollerweise möglich ist …
Heute gebe ich zwei Nachrichten wieder, mit denen die Fortschritte der angewandten Forschung in der Augenheilkunde belegt werden: Hoffnung für viele Blinde oder stark Sehbehinderte!
Sehen mit Chips, Pilotstudie:
Ärzten des Tübinger Universitätsklinikums ist es in ersten Tests gelungen, Blinden mit Hilfe eines Netzhaut-Chips einfache Seheindrücke zu verschaffen. Seit Herbst 2005 sei sieben Patienten ein Chip direkt unter die Netzhaut eingepflanzt worden, sagte der Leiter des Forschungsinstitutes für Augenheilkunde in Tübingen, Eberhart Zrenner. Mit dem Chip könnten die Patienten Lichtquellen wie Lampen oder Fenster erkennen. Teilweise hätten die Betroffenen auch helle Gegenstände auf dunklem Untergrund lokalisiert.
Der Netzhaut-Chip übernehme die Funktion von abgestorbenen Sehzellen, erläuterte Zrenner. Der Mediziner warnte vor überzogenen Erwartungen, es handele sich um eine Pilotstudie. Geeignet sei die Therapie nur für Menschen, die früher sehen konnten und deren Sehnerven und die entsprechenden Hirnregionen noch intakt seien.
Mit einer Minikamera wieder sehen
Ein winziges Augenimplantat verspricht Blinden, zumindest wieder Umrisse sehen zu können. US-Forscher stellten das erste "bionische Auge" auf der Jahrestagung des Wissenschafterverbandes AAAS in San Francisco vor.
Danach werden die Elektroden im Implantat mit visuellen Informationen von einer Minikamera versorgt, die die Forscher "sehr modisch" in eine Brille integriert haben. "Wir versuchen, Echtzeitaufnahmen mit der Kamera zu machen und diese in winzige elektrische Impulse umzusetzen, die das offiziell erblindete Auge aktivieren und Patienten wieder zum Sehen verhelfen", erläuterte der federführende Forscher, Prof. Mark Humayan von der Universität von Kalifornien, das Projekt.
Das so genannte argus-System ist bisher an sechs Patienten über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren erfolgreich erprobt worden. Jetzt hat die US-Gesundheitsbehörde FDA dem Team um Humayan erlaubt, das Folgemodell Argus II an 50 bis 75 Patienten in fünf Kliniken der USA zu testen. Argus II arbeitet mit 60 statt mit 16 Pixel oder Elektroden und müsste den Blinden daher noch zu deutlich mehr Sicht verhelfen als das erste Modell.
Für die Implantate in Frage kommen vor allem Patienten mit altersbedingter Makulardegeneration (AMD) sowie Patienten mit Retinitis pigmentosa (RP), einer Gruppe von erblichen Augenerkrankungen, bei der die Netzhaut (Retina) zerstört ist. Weltweit leiden etwa ein bis drei Millionen Menschen an RP (APA/dpa).
Die beiden Meldungen habe ich der – wie immer – sehr informativen und gut gestalteten Gesundheitsseite des österreichischen Standard entnommen.
Bildquelle: baikem.de
Februar 26th, 2010 at 08:07
Also ich hab mir auch mal eine Minikamera gekauft… bei dieser Seite (immer mal auf “Bern” klicken) gabs eine die natürlich nicht für medizinische Zwecke war, aber ich finds echt interessant wie stark die jetzt in der Miniaturisierung sind….