Zahnmedizin, Geschichte: Steinzeitmensch schon Probleme mit Weisheitszahn

Schon vor 15.000 Jahren gab es Probleme mit stecken gebliebenen Weisheitszähnen. Es hätte also genug Arbeit für die Zahnmedizin gegeben! Das haben amerikanische Anthropologen herausgefunden. Sie untersuchten das Skelett einer Frau, das in einer Höhle in Südwestfrankreich entdeckt worden war.
Bisher war man davon ausgegangen, dass wegen der häufig harten Kost Weisheitszähne noch zur Verfügung standen (nicht im Kiefer stecken blieben) – aus Notwendigkeit eben …
wissenschaft.de schreibt dazu weiter:
Die Wissenschaftler um Robert Martin vom Field Museum in Chicago untersuchten gemeinsam mit Knochen- und Zahnspezialisten das Skelett einer Frau, das bisher für das Knochengerüst eines jungen Mädchens gehalten worden war. Ein gravierendes Argument für diese Annahme war, dass die Weisheitszähne noch nicht durch Zahnfleisch gebrochen waren. Die neue analyse der bereits 1911 nahe dem französischen Ort Laussel ausgegrabenen Knochen ergaben jedoch, dass die Knochen nicht von einem Mädchen, sondern von einer 25 bis 35 Jahre alten Frau stammten. Darauf deutete eine ganze Reihe alterstypischer Veränderungen und Abnutzungsspuren an dem Skelett hin.
Demnach muss es bereits am Ende der Altsteinzeit Menschen gegeben haben, bei denen die Weisheitszähne nicht durchbrachen, sondern im Kiefer steckenblieben, schließen die Forscher aus dieser Entdeckung. Das deute darauf hin, dass die Menschen ihre Ernährung schon damals auf eine weichere Kost umgestellt hatten. Bisher glaubten Wissenschaftler, dass diese Umstellung später stattgefunden hatte und die Menschen bis dahin auf ihre Weisheitszähne angewiesen waren. Tests im Computertomographen und weitere Untersuchungen sollen nun eine genauere Bestimmung des Alters der Frau ermöglichen und Hinweise darauf geben, woraus sich die Nahrung der Frau zusammensetzte.
Interessant wäre zu wissen, wieweit es damals auch schon Behandlungen gab, also, wenn man so will, eine einfache Form von Zahnmedizin.
Trepanationen (Operationen zur Ã-ffnung) am Schädel muss es immerhin schon vor 7000 Jahren gegeben haben, s. wikipedia.
Quelle: Pressemitteilung des Field Museum, Chicago
Bildquelle:
http://www.tricon.homepage.t-online.de/excavations/steinzeit-1.jpg