Zwerchfellbruch, Hiatushernie: Hilft ein Kunststoffnetz?

Auch in diesem Fall werden Versuchspersonen gesucht (vor ein paar Tagen war es um Flugangst gegangen):
Gesucht werden Patientinnen und Patienten, die älter als 18 Jahre alt sind und an Beschwerden infolge eines Zwerchfellbruches leiden: Sodbrennen, Aufstoßen, Schluckbeschwerden, wiederholtes erbrechen, Atemnot, Schmerzen.
Die Chirurgische Universitätsklinik Heidelberg möchte wissen, welches Operationsverfahren das beste ist.
Seit einiger Zeit werden Kunststoffnetze implantiert ("eingebaut"). Da weiß man schon, dass dadurch eindeutig die Rate von Wiederholungsbrüchen gesenkt werden kann. Offen geblieben ist aber, ob damit auch die Beschwerden und die Lebensqualität der Patienten im Langzeitverlauf günstig beeinflusst wird. Oder ist es in jedem Fall nötig, zusätzlich eine Magenmanschette ("Fundoplikatio") um die untere Speiseröhre anzulegen? "Ziel der Fundoplikatio ist es, das Zurückgleiten des Magens durch die Zwerchfelllücke zu vermeiden und den Schließmuskel der unteren Speiseröhre zu verstärken und damit das Zurückfließen von Magensaft in die Speiseröhre zu verhindern", erklärt Professor Dr. Carsten Gutt, Leiter der Sektion "Minimal Invasive Chirurgie" an der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg.
Es geht also nicht um den Vergleich Kunststoffnetz oder nicht – sondern entweder Kunststoffnetz mit Magenmanschette oder Kunststoffnetz ohne Magenmanschette.
Zitat aus der Pressemitteilung:
"In der Heidelberger Studie werden zwei Operationsverfahren miteinander verglichen. In jedem Fall wird mittels "Schlüssellochchirurgie" operiert und ein Kunststoffnetz implantiert. Bei der Hälfte der Patienten wird zusätzlich eine Fundoplikatio angelegt, bei der anderen Hälfte wird darauf verzichtet. Um internationalen Wissenschaftsstandards zu genügen, erfahren die Patienten nicht, mit welcher Methode sie operiert werden."
Interessierte Patienten und Ärzte wenden sich bitte an:
Prof. Dr. Carsten N. Gutt, Tel: 06221- 56- 6209, Fax: 06221- 56 -8645, E-Mail: Carsten_Gutt@med.uni-heidelberg.de
Ich weiß, diesmal habe ich ein sehr spezielles Thema angesprochen, das nicht jeden interessieren wird. Immerhin soll ein Viertel aller Menschen über 50 von Hiatushernie betroffen sein! Besonders häufig Frauen und übergewichtige Menschen. Quelle: sodbrennen-welt.de
Weitere Infos klinikum.uni-heidelberg.de und (zum Zwerchfellbruch allgemein) onmeda.de
Bild: Logo der Heidelberger Uniklinik, der genannten Page entnommen.
Das Thema Brüche – Hernien – wurde in diesem Gesundheits-Weblog auch schon einmal behandelt, am 22. Sept. 2006